Critik der teleologischen Urtheilskraft. 509
dieses vermessen seyn würde: fond-rn es soll dadurchnur eine Art der Causalitat der Natur, nach einer Ana-logie mit der unftigen im technischen Gebrauche der Ver-nunft, bezeichnet werden, um die Regel, wornach ge-wissen Produtten, der Natur nachgeforscht werden muß,vor Augen zu haben.
-Warum aber macht doch die Teleologie gewöhnlichkeinen eigenen Theil der theoretischen Naturwissenschaftans, sondern wird zur Theologie als Propadevtik oderÜbergang gezogen? Dieses geschieht, um das Studiumder Natur nach ihrem Mechanism an demjenigen fest zuhalten, was wir unserer Beobachtung oder den Experi-menten fo unterwerfen können, daß wir es gleich derNatur, wenigstens der Ähnlichkeit der Gesetze nach,selbst hervorbringen könnten; denn nur so viel sieht MMvollständig ein, als man nach Begriffen selbst machenund zu Stande bringen kann. Organisation aber, alsinnerer Zweck der Natur, übersteigt unendlich alles Ver-
') Das deutsche Wort vermessen ist ein gutes bedeutungs-volles Wort. Ei» Urtheil, bey welchem man das Längen-niaaß seiner Kräfte (des Verstandes) zu überschlagen ver-gißt, kann bisiveilen sehr demüthig klingen, und machtdoch große Ansprüche, und ist doch sehr vermessen.. Vonder Art sind die mejstsn, wodurch man die göttliche Weis-heit ;u erbeben vvrgirbt, indem man ihr in den Werke»der Schöpfui-g m>o der Erhaltung Absichten unterlegt, dieeigentlich der eigenen Weisheit des VernünfllerS Ehremachen sollen.
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