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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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317
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Critik der teleologischen Urtheilskrast. 317

§. ?r.

Vorbereitung zur Auflösung obigerAntinomie.

Wir können die Unmöglichkeit der Erzeugung dervrganisirten Natnrproducte durch den bloßen Mecha-nism der Natur kcineöweges beweisen, weil wir dieunendliche Mannichfaltigkeit der besondern Naturgesetze,die für uns zufällig sind, da sie mir empirisch erkanntwerden, ihren: ersten innern Grunde nach nicht einsehen,und so das innere durchgängig zureichende Princip derMöglichkeit einer Natur (welches im Übersinnlichenliegt) schlechterdings nicht erreichen können. Ob alsodas productive Vermögen der Natur auch für dasjenige,was wir, als nach der Idee von Zwecken geformt oderverbunden, beurtheilen, nicht eben so gut, als für das,wozu wir bloß ein Maschinenwesen der Natur zu bedür-fen glauben, zulange; und ob in der That für Dinge alseigentliche Ncttmzwecke (wie wir sie nothwendig beur-theilen müssen) eine ganz andere Art von ursprünglicherCausalitat, die gar nicht in der materiellen Natur oderihrem intelligibelcn Substrat enthalten seyn kann, nehm-lich ein architektonischer Verstand zum Grunde liege:darüber kann unsere in Ansehung des Begrifs der Cau-salitat, wenn er a xrioii specisicirt werden soll, sehr engeeingeschränkte Vernunft schlechterdings keine Auskunstgeben. Aber daß, respectiv auf unser Erkennmiß-