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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
332
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ZZ2 Zweyter Theil.

matische Behandlung des Begrifs der Naturzwecke undder Natur, als eines durch Endursachen zusammenhan-genden Ganzen, nur immer entwerfen mag, weder ob-jectiv bejahend, noch objectiv verneinend, irgend etwasentscheiden können; weil, wenn Dinge unter einem Be-griffe, der bloß problematisch ist, subsumirt werden, diesynthetischen Pradicate desselben (z. B. hier: ob derZweck der Natur, den wir uns zu der Erzeugung derDinge denken, absichtlich oder tmabsichtlich sey) ehe»solche (problematische) Urtheile, sie mögen nun bejahendoder verneinend seyn, vom Object abgeben niüssen, in-dem man nicht weiß, ob man über Etwas oder Nichtsurtheilt. Der Begrif einer Causalitat durch Zwecke(der Kunst) hat allerdings objective Realität; der einerCausalitat nach dem Mechanism der Natur eben sowohl.Aber der Begrif einer Causalitat der Natur nach derRegel der Zwecke, noch mehr aber eines Wesens, der-gleichen uns gar nicht in der Erfahrung gegeben werdenkann, nehmlich eines solchen, als Urgrundes der Natur:kann zwar ohne Widerspruch gedacht werden, aber zudogmatischen Bestimmungen doch nicht taugen; weilihm, da er nicht aus der Erfahrung gezogen werdenkann, auch zur Möglichkeit derselben nicht erforderlichist, seine objective Realität durch nichts gesichert werdenkann. Geschahe dieses aber auch; wie kann ich Dinge,die für Producte göttlicher Kunst bestimmt angegebenwerden, noch unter Producte der Natur zählen, deren