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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
353
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Critik der teleologischen Urtheilskraft.'

ten und beweisen konnte, einsehen, daß zwar das Principeiner mechanischen Ableitung zweckmäßiger Nctturpro-bucte neben dem teleologischen bestehen, dieses letztereaber keinesweges entbehrlich machen könnte: d. i. mankann an einem Dinge, welches wir als Naturzweck beur-theilen müssen (einem organisirten Wesen), zwar alle be-kannte und noch zu entdeckende Gesetze der mechanischenErzeugung versuchen, und auch hoffen dürfen damit gu-ten Fortgang zu haben, niemals aber der Berufung aufeinen davon ganz unterschiedenen Erzeugungsgnmd,nehmlich der Causalität durch Zwecke, für die Möglich-keit eines solchen Products überhoben seyn; und schlech- >terdings kann keine menschliche Vernunft (auch keineendliche, die der Qualität nach der unsrigen ähnlich wä-re, sie aber dem Grade nach noch so sehr überstiege) dieErzeugung auch nur eines Graschens ans bloß Mechanikschcn Ursachen zu verstehen hoffen. Denn, wenn dieteleologische Verknüpfung der Ursachen und Wirkungenzur Möglichkeit eines solchen Gegenstandes für die Ur-theilskraft ganz unentbehrlich ist, selbst um diese nur amLeitfaden der Erfahrung zu studiren; wenn für äußereGegenstande, als Erscheinungen, ein sich auf Zweckebeziehender hinreichender Grund gar nicht angetroffenwerden kann, sondern dieser, der auch in der Naturliegt, doch nur im übersinnlichen Substrat derselben ge-sucht werden muß, von welchem uns aber alle möglicheEinsicht abgeschnitten ist: so ist es uns schlechterdingsRKirs Crir. d. Mkheilskr. H