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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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355
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Critik der teleologischen Urtheilskraft. Z 5 5

anzutreffen glauben, um diese zu erklären, uns auf einenach Zwecken wirkende Ursache berufen; so würden wirganz tavtologisch erklaren, und die Vernunft mit Wortentaufchen, ohne noch zu erwähnen: daß da, wo wiruns mit diefer Erklärungsart ins Überschwengliche ver-lieren, wohin uns die Naturerkenntniß nicht folgen kann,die Vernunft dichterisch zu schwärmen verleitet wird,welches zu verhüten eben ihre vorzüglichste Bestim-mung ist.

Von der andern Seite ist es eine eben sowohl noth-wendige Maxime der Vernunft, das Princip der Zweckean den Producten der Natur nicht vorbey zu gehen;weil es, wenn es gleich die Entstehungsart derselben unseben nicht begreiflicher macht, doch ein hevrisiisches Prin-cip ist, den besondern Gesetzen der Natur nachzuforschen;gefetzt auch, daß man davon keinen Gebrauch machenwollte, um die Natur selbst darnach zu erklaren, indemman sie so lange, ob sie gleich absichtliche Zweckeinheitaugenscheinlich darlegt, noch immer nur Naturzweckenennt, d. i. ohne über die Natur hinaus den Grund deeMöglichkeit derselben zu suchen. Weil es aber doch amEnde zur Frage wegen der letzteren kommen muß: so istes eben so nothwendig für sie, eine besondere Art derCausalität, die sich nicht in der Natur vorfindet, zuLenken, als die Mechanik der Naturursachen die ihrigehat, indem zu der Neccprivität mehrerer und andererFormen, als deren die Materie nach der letzteren fähig

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