Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
362
Einzelbild herunterladen
 

z62 Zweyter Theil.

kann: wiewohl, da der Grund dieser Vereinbarkeit indemjenigen liegt, was weder das eine noch das an-dere (weder Mechanism, noch Zwcckverbindung), son-dern das übersinnliche Substrat der Natur ist, vondein wir nichts erkennen, für unsere (die menschliche)Vernunft beide Vorstellungsarten der Möglichkeit sol-cher Objecte nicht zusammenzuschmelzen sind, sondernwir sie nicht anders, als nach der Verknüpfung derEndursachen, auf einem obersten Verstände gegründetbeurtheilen können, wodurch also der teleologischen Er-klarungsart nichts benommen wird.

Weil nun aber ganz unbestimmt, und für unsereVernunft auch auf immer unbestimmbar ist, wieviel derMechanism der Natnr als Mittel zu jeder Endabsichtin derselben thue; und, wegen des oberwahnten intel-ligibelen Princips der Möglichkeit einer Natur über-haupt, gar angenommen werden kann, daß sie durch-gängig nach beiderlei) allgemein zusammenstimmendenGesetzen (den physischen und den der Endursachen) mög-lich sey, wiewohl wir die Art, wie dieses zugehe, garnicht einsehen können: so wissen wir auch nicht, wie weitdie für uns mögliche mechanische Erklarungsart gehe,sondern nur so viel gewiß: daß, so weit wir nur immerdarin kommen mögen, sie doch allemal für Dinge, diewir einmal als Naturzwecke' anerkennen, unzureichendseyn, und wir also, nach der Beschaffenheit unseres Ver-