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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
399
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Critik der releologischen Urtheilskraft. Z99

Menschen, aber auch in diesem nur als Subjecte derMoralität, ist die unbedingte Gesetzgebung in Ansehungder Zwecke anzutreffen, welche ihn also allein fähig machtein Endzweck zu seyn, dem die ganze Natur teleologischuntergeordnet ist

") Es wäre möglich, d. " Glückseligkeit der vernünftigen We,ftn in der W?lt ein Zweck der Natur wäre, und alsdannwäre sie auch ihr leizccr Zweck, Wenigstens kann man -> p.iorinicht einseden, warum die Natur nicht so eingerichtet sey»sollte, weil durch ihren Mechanism diese Wirkung, wenig»stens so viel wir einsehen, wohl möglich wäre. Aber Mo-ralität und eine ihr untergeordnete Causalität »ach Zwe,cken ist schlechterdings durch Naturursachen unmöglich; denndas Princip ihrer Bestimmung zum Handeln ist übersinnlich,ist also das einzige Mögliche in der Ordnung der Zwecke,das i» Ansehung der Natur schlechthin unbedingt ist, undihr Subject dadurch zum iLndzwecke der Schöpfung, demdie ganze Natur untergeordnet ist, allein qualificirt,-Glückseligkeit dagegen ist, wie im vorigen §- nach demZeugniß der Erfahrung gezeigt worden, nicht einmal einZweck der Namr in Ansehung der Menschen, mit einemVorzuge vor anderen Geschöpfen: weit gefehlt, daß sie einEndzweck der Schöpfung seyn sollte. Menschen mögensie sich immer zu ihrem letzten subjektiven Zwecke machen.Wenn ich aber nach dem Endzwecke der Schöpfung frage:Wozu haben Menschen existiren müssen? so ist von einemobjectiven obersten Zwecke die Rede, wie ihn die höchsteVernunft zu ihrer Schöpfung erfordern würde- Antwortetman nun darauf: damit Wesen existiren, denen jeue obersteUrsache wohlthun könne; so widerspricht man der Bedin-gung , welcher die Vernunft des Menschen selbst seinen in-nigsten Wunsch der Glückseligkeit unierwirft (nehmlich dieÜbereinstimmung mit seiner eigenen inneren moralische»