Critik der teleologischen Urtheilökraft. 401
wirken, welche wir an verschiedenen der Producte derNatur antreffen, zu fragen Ursache hat. Will man nunaber auch hievon einen Begrif haben, so haben wir da-zu schlechterdings keine weitergehende Einsicht, als bloßdie Maxime der reflectirenden Urtheilskraft: daß nehm-lich, wenn uns auch nur ein einziges organisches Pro-dukt der Natur gegeben Ware, wir, nach der Beschaf-fenheit unseres Erkenntnißvermögens, dafür keinen an-dern Grund denken können, als den einer Ursache derNatur selbst (es sey der ganzen Natur oder auch nurdieses Stücks derselben), die durch Verstand die Causa-litat zu demselben enthalt; ein Veurtheilungöprincip,wodurch wir in der Erklärung der Naturdinge und ihresUrsprungs zwar um nichts weiter gebracht werden, dasuns aber doch über die Natur hinaus einige Aussichteröfnet, um den sonst so unfruchtbaren Begrif einesUrwesens vielleicht naher bestimmen zu können.
Nun sage ich: die Physicotheologie, so weit sie auchgetrieben werden mag, kann uns doch nichts von einemEndzwecke der Schöpfung cröfnen; denn sie reichtnicht einmal bis zur Frage nach demselben. Sie kannalso zwar den Begrif einer verstandigen Welturfache,als einen subjectiv für die Beschaffenheit unseres Erkennt-nißvermögens allein tauglichen Begrif von der Möglich-keit der Dinge, die wir uns nach Zwecken verstandlichmachen können, rechtfertigen, aber diesen Begrif wederin theoretischer noch practischer Absicht weiter bestim-Rmlt» crir. d. ttrcheilskr. C c