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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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402
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402 Zweyter Theil.

men; und ihr Versuch erreicht seine Absicht nicht, eineTheologie zu gründen, sondern sie bleibt immer nur einephysische Teleologie: weil die Zweckbeziehung in ihr im-mer nur als in der Natur bedingt betrachtet wird undwerden muß; mithin den Zweck, wozu die Natur selbstexisnrt (wozu der Grund außer der Natur gesucht wer-den muß), gar nicht einmal in Anfrage bringen kann,auf dessen bestimmte Idee gleichwohl der bestimmte Be-grif jener oberen verstandigen Welturfache, mithin dieMöglichkeit einer Theologie ankommt.

Wozu die Dinge in der Welt einander nützen; wo-zu das Mannichfaltige in einem Dinge für dieses Dingselbst gut ist; wie man sogar Grund habe anzunehmen,daß nichts in der Welt umsonst, sondern alles irgend wozuin der Natur, unter der Bedingung daß gewisseDinge (als Zwecke) eristiren sollten, gut sey, wobeymithin unsere Vernunft für die Urtheilskraft kein ande-res Princip der Möglichkeit des Objects ihrer unvermeid-lichen Geologischen Beurtheilung in ihrem Vermögenhat, als das, den Mechanism der Natur der Archite-ktonik eines verständigen Welturhebers unterzuordnen:das alles leistet die teleologische Weltbetrachtung sehrherrlich und zur äußersten Bewunderung. Weil aberdie Data, mithin die Principien, jenen Begrif eine?intelligenten Welturfache (als höchsten Künstlers) zubestimmen, bloß empirisch sind; so lassen sie auf keineEigenschaften weiter schließen, als uns die Erfahrungan den Wirkungen derselben offenbart: welche, da sie