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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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420
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420 Zweyter Theil.

nöthige, über die Welt hinaus zu gehen, und, zu jenerBeziehung der Natur auf das Sittliche in uns, ein ver-standiges oberstes Princip zu suchen, um die Natur, auchin Beziehung auf die moralische innere Gesetzgebung undderen mögliche Ausführung, uns als zweckmäßig vor-zustellen. Folglich giebt es allerdings eine moralischeTeleologie; und diese hängt mit der Nomvthetlk derFreyheit einerseits, und der der Natur andererseits,eben so nothwendig zusammen, als bürgerliche Gesetz-gebung mit der Frage, wo man die erecutive Ge-walt suchen soll, und überhaupt in allem, worin dieVernunft ein Princip der Wirklichkeit einer gewissen ge-setzmäßigen, nur nach Ideen möglichen, Ordnung derDinge angeben soll, Zusammenhang ist. Wir wol-len den Fortschritt der Vernunft von jener moralischenTeleologie und ihrer Beziehung auf die physische, zurTheologie allererst vortragen, und nachher über dieMöglichkeit und Bündigkeit dieser Schlußart Betrach-tungen anstellen.

Wenn man das Daseyn gewisser Dinge (oder auchnur gewisser Formen der Dinge) als zufällig, mithinnur durch etwas Anderes, als Ursache, möglich an-nimmt: so kann mau zu dieser Causalitat der oberstenund also zu dem Bedingten den unbedingten Grund ent-weder in der physischen, oder teleologischen Ordnungsuchen (nach dem nexu elkeccivo, oder linsli). D i. mairkann fragen: welches ist die oberste hervorbringende Ur-