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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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421
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Critik der teleologischen Urtheilskrast. 421

fache? oder was ist der oberste (schlechthin unbedingte)Zweck derselben, 0. i. der Endzweck ihrer Hervorbrin-gung dieser oder aller ihrer Producte überhaupt? wo-bey dann freylich vorausgesetzt wird, daß diese Ursacheeiner Vorstellung der Zwecke fähig, mithin ein verstan-diges Wesen sey, oder wenigstens von uns als nachden Gesetzen eines solchen Wesens handelnd gedachtwerden müsse.

Nun ist, wenn man der letztern Ordnung nachgeht,es ein Grundsatz, dem selbst die gemeinste Meu-schenvernunft unmittelbar Beyfall zu geben genöthigt

ist: daß, wenn überall ein Endzweck, den die Ver-nunft s xri,ori angeben muß, Statt finden soll, dieserkein anderer, als der Mensch (ein jedes vernünftigeWeltwesen) uitter moralischen Gesetzen seyn kön-ne ^). Denn: (so urtheilt ein jeder) bestände die»'

') Ich sage mit Fleiß: unter moralischen Gesetzen. Nichtder Mensch nach moralischen Gesetzen, d. i. ein solcher dersich ihnen gemäß verhält, ist der Endzweck der Schöpfung.Denn mit dem letztern Ausdrucke würden wir mehr sagen,als wir wissen: nehmlich daß es in der Gewalt eines Welt-urhebers stehe, zu macheu, daß der Mensch den moralischenGesetzen jederzeit sich angemessen verhalte; welches einenBegrif von Freyheit und der Natur (von welcher letzternman allein einen äußern Urheber denken kann) voraussetzt,der eine Einsicht in das übersinnliche Substrat der Natur,und dessen Einerleyheit mit dem was die Causalität durchFreyheit in der Welt möglich macht, enthalten müßte, dieweit über unsere Vmiuufteiiisicht hivauögeht. Nur vom

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