440 Zweyter Theil.
Zungen ihres practischen Gebrauchs, hat, was die Ideevon Gytt betrift, den unverkennbaren Nutzen: daß sie
verhütet, daß Theologie sich nicht m Theosophie
(in Vernunstverwirrende überschwengliche Begriffe) ver-steige, oder zur Dämonologie (einer anthropo-morphistifchen Vorstellungsart des höchsten Wesens)herabsince; daß Relig!0it nicht in Thettrgie (einschwärmerischer Wahn, von anderen übersinnlichen We>sen Gefühl und auf sie wiederum Einfluß haben zu kön-nen), oder in Idolvlatne (ein abergläubischer Wahn,dem höchsten Wesen sich durch andere Mittel, als durcheine moralische Gesinnung, wohlgefällig machen zu kön-nen) gerathe *).
Denn, wenn man der Eitelkeit oder Vermessenheitdes Vernünftelns in Ansehung dessen, was über dieSinnenwelt hinausliegt, auch nur das Mindeste theo-retisch (und Erkenntniß - erweiternd) zu bestimmen ein-räumt; wenn man mit Einsichten vom Daseyn und von
") Abgottercy in praktischem Verstände ist noch immer dieje-jenige Religion, welche sich das höchste Wesen mit Eigen-schaften denkt, nach denen noch etwas anders, als Mora-lität, die für sich taugliche Bedingung seyn könne, seinemWillen in dem was der Mensch zu thun vermag, gemc'i! zuseyn. Denn so rein und frey von sinnliche» Bildern manauch in theoretischer Rücksicht jenen Vegrif gefaßt habenmag, so ist er in praktischer alsdann dennoch als ein Idol,d. i, der Beschaffenheit ssmes Willens nach anthropomor-pb.Mch, vorgestellt.