Critik der teleologischen Urtheilskraft. 47 z
ein besonderer Beweis, der den Mangel der Überzeugungaus dem letzteren ersetzt: indem dieser in der Thal nichtsleisten kann, als die Vernunft in der Beurtheilung desGrundes der Natur und der zufälligen, aber bewunderungs-würdigen, Ordnung derselben, welche uns nur durch Er-fahrung bekannt wird, auf die Causalität einer Ursache,die nach Zwecken den Grund derselben enthält, (die wir »achder Beschaffenheit unserer Erkenntnißvermögcn als verstän-dige Ursache denken müssen) zu lenken und aufmerksam, soaber des moralische» Beweises empfänglicher, zu machen.Denn das was zu dem letztern Begriffe erforderlich ist, istvon allem, was Naturbkgriffe enthalten und lehren können,so wesentlich unterschieden, daß es eines besondern von denvorigen ganz unabhängigen Beweisgrundes und Beweisesbedarf, um den Begrtf vom Urwesen für eine Theologiehinreichend anzugeben, und auf seine Existenz zu schließen. —Der moralische Beweis (der aber freylich nur das DaseynGottes in practischer, doch auch unnachlaßltcher, Rücksichtder Vernunft beweiset) würde daher »och immer in seinerKraft bleiben, wenn wir in der Welt gar keinen, oder nurzwcydeutigen Stof zur physischen Teleologie anträfen. Eslaßt sich denken, daß vernünftige Wesen sich von einer sol-chen Natur, welche keine deutliche Spur von Organisationsondern nur Wirkungen von einem bloßen MechaniSm derrohen Materie zeigte, umgeben sähen, um derentwillen undbey der Veränderlichkeit etiiiger bloß zufällig zweckmäßigenFormen uud Verhältnisse, kein Grund zu seyn schiene, aufeiuen verständigen Urheber zu schließen; wo alsdann auchzu einer physischen Teleologie keine Veranlassung seyn würde:und dennoch würde die Vernunft, die durch Naturbcgrissehier keine Anleitung bekommt, im FreyheitSbegrtsse und inden sich darauf gründenden sittlichen Ideen einen prartisch
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