482 II. Th. CritikderteleologischenUrthsilskrast.
ben können, wenn sie nicht auf Gegenstand-möglicher Ersah,rung angewandt werden. — Aber nach der Analogie mit ei,nem Verstände kann ich, ja muß ich, mir wohl in gewisser an-derer Rücksicht selbst ein übersinnliches Wesen denken, ohnees gleichwohl dadurch theoretisch erkennen zu wollen; wennnehmlich diese Bestimmung seiner Causalität eine Wirkung inder Welt beruft, die eine moralisch nothwendige, aber für, Sinnenwescn unausführbare Absicht enthält: da alsdaim einErkenntniß Gottes und seines Daseyns (Theologie) durchbloß nach der Analogie an ihm gedachte Eigenschaften und Be,stimmungen seiner Causalität möglich ist, welches in practi-scherDeziehung, aber auch nur in Rücksicht auf diese (alsmoralische), alle erforderliche Realität hat. — Es ist also wohleine Ethicochcologie möglich; denn die Moral kann zwar mitihrer Regel, aber nicht mit der Endabsicht, welche eben die-selbe auferlegt, ohne Theologie bestehen, ohne die Vernunft- in Ansehung der letzteren im Bloßen zu lassen. Aber eine ideolo-gische Ethik (der reinen Vernunft) ist unmöglich; weil Gesetze,die nicht die Vernunft ursprünglich selbst giebt, und deren Be-folgung sie als reines pracNsches Vermögen auch bewirkt, nichtmoralisch seyn kennen. Eben so würde eine theologische Phy-sik ei» Unding seyn, weil sie keine Naturgesetze sondcrnAnord,nungen eines höchsten Willens vortragen würde; wogegeneine physische (eiaemlich physisch-teleologische) Theologie dochwenigstens als Pi opädcvtik zur eigentlichen Theologie dienenkann: indem sie durch die Betrachtung der Naturzwecke,von denen sie reichen Srof darbietet, zur Idee eines End,zweckes, den die Natur nicht aufstellen kann, Anlaß giebt; mit-hin das Bedürfniß einer Theologie, die den Begrif von Gottfür den höchsten pracrischcnGebrauch derVernunst zureichendbestimmte, zwar sühlbar macheu, aber sie nichr hervorbrin-gen und auf ihre Beweisrhümer zulänglich gründen kann.