Druckschrift 
Aelteste Buchdruckergeschichte von Bamberg : wo diese Kunst neben Mainz, von allen übrigen Städten Deutschlands zuerst getrieben worden ; aus der Dunkelheit hervorgezogen und bis 1534 fortgeführt, auch mit ein Paar Abhandlungen versehen / von P. Placidus Sprenger, Benediktiner und Bibliothekar der Abtey Banz
Entstehung
Seite
3
Einzelbild herunterladen
 

würde. Was ^mo1c?ux lZsr^eIIgnu8 -->) in seinem ?oemats vom Siegelringe sagt, halte ichfür poetische Fiktion. Die Natur der Sache scheint es zu fordern diesen Gang der Erfin-dung anzunehmen. Denn das Wesentliche dieser neuen Kunst bestund in der Beweglichkeitder Lettern, indem man diese nach dem mehrfachen Abdruck eines Bogen für den folgendeneines Buchs immer wieder gebrauchen, und fo die Bücher auf die leichteste Art vervielfältigenkonnte. Der Kölnische Chronikschreiber ^) laßt die in den Niederlanden auf Tafeln abge.druckten Donate, und der Abt Trithem-- das LstKoUcou auf ähnliche Art verfertiget,wiewohl zum Theil irrig, der Buchdruckerey vorangehen.

Daß der Erfinder den ersten Versuch mit hölzernen Lettern gemacht habe, scheint mirder Analogie eben so gemäß zu seyn. In dem seltenen Buche: Txpvlitlo (ZeoiKü iupei' lum-nwlis KlüMri t>eni »ihzzm gr. 4. ohne Iahrzayl, von Johann Trechsel zu Lyon ge»druckt, befinden sich folgende Verfe:

t^uicl inirnin vlc^ne aclvo, lil'sr nie 1^ mun<1ioi' sx!t?

1'^e5 sviceni ^»viino non ^ecst u^Ia Arsclu.Lvls rnlim i'gtö5 linc^neosnt littors: clcinec<ütiru^<zgs Ociliüus ngus ^istiuii a^nss.protinus sntsnnki« voloruin Osdalus gls«

^.äcliclit gntu^ien8 Lnolis c^snkra citu».nnnc <i"! tuviss rsnum<^us nslgtig in un6i»^Vlarmorsis viciest, Liclsäss ssss putst.LIc ^?imci i?«^o co?!ci/^ e^ementa ^lemeTiiik?ain» <^ui6sm sciids äarnns tulers dono:nlii <1iuits8 (Zsrinania kuäit in ers,Inciäitl^us notss iisnus tsr nss kuit:Lxtsmxlo innsntig cec«srnnt srtidus oinns,,

c^uss lolers xotuit lcriosrs äextra notar.8ic xrins in xretio menäi<:gt äexters, äonec

LsIIuit imvretsos <1octa li^grs lioros.?rinc!nio^ns ruäsrn nnno artein t.,nc ixl's /oannet'I?-ec/-/c! eo äuxir, ^no nioil vltviin«.

Dieser Trechsel hat von 1488 bis 1498 gedruckt, ->) und der Dichter hat gewiß nicht ohneseine Berathung die Buchstaben von Holz, als die ersten der neuen Kunst, angeführt. Ucber-bleibsel der Guttenbergischen hölzernen Typen will Daniel Specklein zu Straßburg «),und Paul Pater dergleichen von Burbaum aus der Fusiischen Offizin zu Mainz l>> gesehenhaben. Wir wenden uns nunmehr zum ersten Erfinder der Buchdruckerkunst.

A - -) Köh,