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Aelteste Buchdruckergeschichte von Bamberg : wo diese Kunst neben Mainz, von allen übrigen Städten Deutschlands zuerst getrieben worden ; aus der Dunkelheit hervorgezogen und bis 1534 fortgeführt, auch mit ein Paar Abhandlungen versehen / von P. Placidus Sprenger, Benediktiner und Bibliothekar der Abtey Banz
Entstehung
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s) Köhlers Ehrenttttmig Guttenbergs S. 5l.t>) l. c. E.^i.c) I, c. S- 46.

^) Ist i» cntüehmci! aus ?üiiTeri snnsl. ty^ossr. Vol.I. qit. I.u^äanum..e) ScKciepMn Vinälc. t)po^rcipl,. x»^. z^.

l) SitielKorl» cie snri^uiKm» dibliorum I^iiliaorum eäitions p. »4. n. ?.

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Dieser ist der sinnreiche Mainzisthe Edelmann, Johann von Sorgenloch, ge-nannt Gans fleisch; von seines Vaters in Mainz gelegenen Hof zu Gudenberg aberinsgemein Johann Guttenberg benamet.Er war zu Mainz gcbohren und erzogen;und obschon uns durck) Köhlers 1741 herausgegebene Ehrenrettung manche gute und sichereNachrichten von ihm zugeflossen sind, so wissen wir doch nichts von seinem Alter, seiner Er-ziehung, und seinen vermuthlichen Reisen in der Jugend, woher uns mancher Funke mehrAufhellung verschaffen konnte. Er verließ im Jahr 1430, da sein Vater gestorben war,Mainz, und ward Burger zu Straßburg , wo er unter den adelichen Einwohnern 1444 ge-lebt, und in geheim allerhand Künste in Gesellschaft mit andern ausgeübt hat. ^) Unterdiesen Künsten waren auch die ersten Versuche der Buchdruckerkunst; allein niemand hat bisher«in daselbst gedrucktes Werk oder Werkgen vorzeigen können. Straßburg kann sich demnachdie- Ehre der Erfindung nicht zueignen; denn versuchen und crfir.den sind so wenig einerley,als suchen und finden, wie Denis °' wohl angemerkt hat. Guttenberg verließ dieseStadt im Jahr !443 , und kehrte wieder in seine Vaterstadt zurück. Hier hat er in demnämlichen Jahre von seinem Vetter Ort zum Jungen, dessen Hof in Mainz , zum Jungengenannt, auf drey Jahre um jahrliche zehn Goldgülden bestanden, und die Hälfte einesJahrzinses den 2gsten Octob. vorausbezahlt. ^ 1445 ist er in einer Urkunde über ein ge-richtliches Geschäft zu Mainz am Milwochen vor Ostern als Zeuge angeführt. <-) 1443 hater das Gut Lauffenberg gekauft, wobey Johann Fust , als Zeuge vorkömmt. ^ 1450den i2tcn Januar hat er eine jährliche bestimmte Weinabgabe von einem Weingarten zuMainz an sich und die Scinigen erkauft, s) und in eben diesem Jahre mit Johann Fust ,einem wohlhabenden Bürger daselbst, einen Gesellschaftsvertrag errichtet, vermöge dessenFust sich verbindlich machte, Guttenbergen 8oo Gulden in Gold vorzuschießen, womitdieser das zum Druck vorhabende Werk vollbringen sollte. Es wird sich in der Folge zeigen,daß dieses abgezielte Werk kein anderes war, als ein Theil der Bibel, der Psalter, worausnachher die Sage eine ganze Bibel gemacht hat.

Diese Summe fand Guttenberg nicht hinlänglich, und erhielt daher vom Fust nochandere 800 Gulden, die dieser schlaue Mann so wenig, als die vorigen, von dem Seinigen

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