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Aelteste Buchdruckergeschichte von Bamberg : wo diese Kunst neben Mainz, von allen übrigen Städten Deutschlands zuerst getrieben worden ; aus der Dunkelheit hervorgezogen und bis 1534 fortgeführt, auch mit ein Paar Abhandlungen versehen / von P. Placidus Sprenger, Benediktiner und Bibliothekar der Abtey Banz
Entstehung
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hergegeben, sondern bey Juden und Christen geborgt, und noch bey z6 Gulden Gesuchgeld mAnsatz gebracht hat. Alle vom Fusi vorgeschossene Verlagskosien, an Kapital, Zinsen undGesuchgeld betrugen 2020 Gulden. Dieses alles erhellet aus dem 145? vom Fust gegenGuttenberg erhobenen Prozesse, den man samt der darüber ausgefertigten Urkunde bey Köh-ler >>) nachsehen kann. Mir genüget zu meiner Absicht zu bemerken, daß Fust hier nirgendsals Buchdrucker oder Theilhaber au der Erfindung, sondern blos als Verleger erscheint, derdamit umgieng, dem Guttenberg seine Kunst abzulernen, und samt allen Gerathschaften ansich zubringen; daß er zu diesem Ende für die ersten iZoo Goldgulden sich alles Druckerzeugzum Unterpfand habe verschreiben lassen; daß von dem Psalter schon ein Theil auf Papier sowohl als Pergament, bey Erhebung des Rechtsstreites abgedruckt gewesen, der für ihneinen so unseligen Lauf nah»,, daß er 1455 nm seine kostbare Erfindung und sein ganzesDruckergerath kam. Indeß bleibt ihm die Ehre, das erste 1464 ZU Mainz gedruckte Pro-dukt aus seiner Presse geliefert, und sich als Erfinder Weser Kunst legitimirt zu haben. Esist dies eine Ablaßbuile vom Pabst Rico laus dem V. für das Königreich Cypern gegen dieTürken in Form eines Patents, wovon man in Zapfs Annalen " eine vollständige Nachrichtfindet. Wer war damals außer dem Guttenberg zu Mainz , von dem Fust und Schöffcrdie Buchdruckerkunst hatten erlernen können?Köhlcr I. c. S 6 >!. folg.t>) S^iioex>Ä>n in äocumsnr. c^.^>'. r> 2.

^) Emlcilimg in die Vücherkundc, 1777- itcrTH. S>?i-

6) Köhlcr l> c. S. b?. I-i:> ^

^)I.c. S-82,

5) I. c. S- 8- N»d 8Z.

x) I. c. S. 8Z.

K) 1^ S- -z lind 55-

i) Annglcn der «»teilen Buchdrmkcrgcschichtc rci! Maittj, S. I u. folg.

4- '

Daß vor 1462 eine ganze Bibel zu Mainz gedruckt worden, ist eben so unerweislich,als alles das, was Guttenberg, nach Schöpflins Angeben, zu Straßburg sollte gedruckthaben. Der ganze Credit dieser eingebildeten Bibel haftet auf dem Zeugnisse des unbekanntenKölnischen Chronikschreibers " vom Jahr >499- Er führt zwar einen guten Ge-währsmann, den Ulrich Zell von Hanau als ersten Buchdrucker zu Köln an; aber erbezeugt mehr nicht, als daß man 1450 zu Mainz begann die lateinische Bibel mit einergroben Kchrift zu drucken, womit man nun (1499) Missalbücher druckt. Dies ist und bleibtwahr durch den Psalter von 14S7. Von einer ganzen vollendeten Bibel steht da und

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