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I. dem ersten Jubeljahre nach erfundener Buchdruckerkunst war dies ju Bamberg vorher so thatige Gewerbe durch die Spaltungen der deutschen Kirche so tief gesunken, daß derGedanke an eine Feier dieser schönen Erfindung in keines Bambergers Seele aufsteigen konnte.Sie verlor vielmehr wegen des Drucks so vieler beißender Zankschriften bey manchen an ihremKredit.
Ein Jahrhundert spater wurde Frankenland noch von den Schweden durchstreift/ undmit Gelderpressungen heimgesucht. Da schwiegen Minervens Kinder und Klienten, und ver-steckten sich vor dem Geklirre feindlicher Waffen. Lauter unberechnete Folgen der Neligions»trennung, und des daher unter den deutschen Reichsständen erwachsenen Mißtrauens!
Bamberg und Nürnberg waren zuvor wie zwei wohl einverstandene Schwestern. Wasdiese Stadt an Künstlern zu viel hatte, wanderte nach der erstem hin; und es war zumSprüchworte geworden: Wenn Nürnberg mein wäre, wollt' ichs zu Bamberg verzehren. Ichbin sehr geneigt zu glauben, entweder der erste bambergische Buchdrucker Albrecht Pfister selbst, oder doch seine Eltern stammen aus Nürnberg ab. Wenigstens finde ich in den ge-schriebenen Banzer Annalen einen Johann Pfister von Nürnberg , dem auf sein Gesuchder damalige Abt Johann Schütz von Hache nbach 151z mulmn men!-e ertheilte.Allein die Schiebewand der Religion setzte sich der ehemaligen Verbindung in den Weg. WasWunder also, wenn in diesen zwey Jahrhunderten das Andenken an den Ursprunz der bam«bergischen Buchdruckerey fast ganzlich erloschen ist?
Endlich kam mit 1740 das dritte Jubeljahr dieser Kunst, welche unter dem wohlthatigenSchatten des Friedens zu Bamberg wieder aufgeblühet war. Georg Andreas Gert-ner, damaliger Buchdrucker des hohen Domkapituls, und der Universität, wirkte von dieferein Dekret aus, die Jubelfeier am 12 Dec. von der hohen Schule auf das herrlichste begehenzu lassen. Zu dem Ende ward unter andern frohen Anstalten, in dem großen akademischenSale, eine lateinische Rede von einem Jesuiten gehalten, und lateinische Verse zur Ehre derKunst von sechs Studenten aus der rhetorischen Klasse rezitirt! in der akademischen Kirche
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