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Aelteste Buchdruckergeschichte von Bamberg : wo diese Kunst neben Mainz, von allen übrigen Städten Deutschlands zuerst getrieben worden ; aus der Dunkelheit hervorgezogen und bis 1534 fortgeführt, auch mit ein Paar Abhandlungen versehen / von P. Placidus Sprenger, Benediktiner und Bibliothekar der Abtey Banz
Entstehung
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werden , gesagt wird: es sey zu Bamberg geendet 1461 am St. Valentins Tag; so hiel-ten viele, und unter diesen Denis ^ dafür, die Formel rühre vom Abschreiber her, undMercier um seine Veränderung in der deutschen Sprache zu beurkunden, machte Va«lentin Tag zum Buchdrucker. Lessing wankte auf die Seite Ioh. Saubertsder das Fabelbuch für ein Werk hielt, das nicht mit beweglichen Buchstaben gesetzt, sondernvon eingeschnittenen Tafeln abgedruckt worden. Allein diese Meinung behauptete sich nicht,sondern die gegentheilige, daß es mit gegossenen Buchstaben gedruckt worden, ward allgemein,von H ein ecken geHorte zu dieser Parthey, und obschon er anfangs in seinen Nachrichtenvon Künstlern !c. nicht ungeneigt'gewesen, ein Mißverständniß in der Unterschrift zu argwoh-nen, so bestünde er doch in seinem neueren franzosischen Werke °) auf seinem Argwohn nicht,sondern erklärte es für gar nich unmöglich, daß Bamberg eine von den ersten Städten, nachMainz , gewesen, n denen die Dnckerey getrieben worden, von Murr ^ will dies nichtzugeben; er glaubt das Jahr 1461 bedeute die Zeit, da das Fabelbuch verfertiget worden,weil man doch bisher mehr in Bamberg gedruckte Bücher entdeckt haben müßte, wenn schon1461 daselbst eine Druckerey gewesen wäre. Aber er hatte aus Lessing ?' entnehmenkönnen, daß die Fabeln weit älter seyen, indem dies viele Handschriften auf die nnwiderfprech-lichsie Art bezeug-n.

Auch der Meister in diesem Fache, Herr Schasser Panzer ''^ war dieses Buchs wegenin Verlegenheit; er erklärte sowohl den Ort, als das Jahr des Drucks für ein Räthsel, weilbisher Bamberg kein älteres Buch, als ein Missal von 14?« habe aufweifen können. Dochführt er selbst nachher > ' auf das Jahr 14L1 das Leben der natürlichen Meister inVersen, wiewohl sehr zweifelhaft, als zu Bamberg gedruckt an. Zu verwundern war eseben nicht, daß die Litteratoren bey der wirklich zweydeutigen Unterschrift des Fabelbuchsstutzten, was sie daraus machen soltten. Wie gieng es nicht dem berühmten Professor Köh-ler in seiner Ehrenrettung Guttenbergs? Er kannte von Ulrich Sell dem erstenDrucker ZU Kölln kein älteres Buch, als Leiligrcii ^arciei-vicenlis cominsutgrinz in I^OAl.csm /vriüntt?Ii5 vom I. 1494, und nun weis man, daß er schon 1467 K. ^u^>isli,n librumcZs Linc-ul-irits (ülei-icLium gedruckt hat. Man hat jetzt eine große Liste seiner Produktebey denen er aber seinen Namen verschwiegen hat. Zeit, Gelegenheit, Liebhaberei) wird indiesem Felde nach und nach noch manche Entdeckung zu Tage fördern. So gieng es auch mitdem ersten Bambergifchen Buchdrucker.

i,) in Lnppismento V"IüiMnr> p. ;6i.

i n Supplement ü 1'i4iK. äe I imprlm. äe protp. Ni»rc5innä p. m.

c) im erstell BcM5gc zur Geschichte und Liittrattir- Vnumsch-V, I77Z.

ä) in diKor. LldNotIisc»s reip, Xoi'imb. i6u,z> p, 209.

e) läse LSner^Ie ä'nns coUeelion comxlette ä'eliilmpsL ^> VIsims 1771, x. 175.

5) Iour-