Druckschrift 
Aelteste Buchdruckergeschichte von Bamberg : wo diese Kunst neben Mainz, von allen übrigen Städten Deutschlands zuerst getrieben worden ; aus der Dunkelheit hervorgezogen und bis 1534 fortgeführt, auch mit ein Paar Abhandlungen versehen / von P. Placidus Sprenger, Benediktiner und Bibliothekar der Abtey Banz
Entstehung
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sehen (mit Ausnahme der 1476 zu Neapel , jedoch in viel kleinerm Format gedruckten) welchean Pracht, Sorgfalt, Schwarze, Papier u. dergl. diejenige überträfe, die ohne Zweifel schonzwischen 1452 und 55, und also grade die erste von allen, wo? ist noch nicht zur Gewißheitgebracht, (dies ist noch vor Steiners Entdeckung geschrieben) in drey großFoliobanden zum Vorschein gekommen. Bey der sich so schicklich dazu anbietenden Gelegen-heit, will Nez. den Grabern nach dergleichen papiernen Schätzen, keineswegs die kleine Ent-deckung vorenthalte«, daß die laut ihrer gedruckten Unterschrift zu Bamberg 1461 ge en-digte Fabelsammlung des Boners, wovon die Wolfenbüttelfche Bibliothek das einzige be-kannte Exempiar besitzt, durchaus mit denselben, wiewohl schon etwas abgenutzten Typen ge-druckt ist, die zu dem Abdruck der fo eben erwähnten mit Recht berühmten lateinischen Bibelohne Datum, gebraucht worden". Ein anderer, oder auch derselbe mit l. unterzeichneteSchriftsteller im Meiizelfchen-Magazin °) schreibt sie ohne Anstand unserm Pfisier zu.

Dieser scheint selbst in der Unterschrift zur biblischen Geschichte auf seine lateinische Bibelanzuspielen, wo er sagt:

So kni, wir all auch nit latcin.Darauf han ich ein teil gedacht.Und vier hisiory zu samen pracht.

Zch habe dieser fo seltenen Bibel im Vambcrgischen sehr fleisig nachgespürt, und durchmeine Gönner nachspüren lassen, und was wurde entdeckt? die traurige Erfahrung, daß mandiese Bibel in ihrcm Vaterlande gar nicht geachtet habe. Die Ursache davon laßt sich nicht'leicht errathen, da man fo viele andere alte Drucksiücke in den bam! ergischen Bibliothekenerhallen hat. Einer meiner Freunde fand bey feiner Nachforschung daselbst eine alte von einemBuch abgeledigte Decke, sie war an den Decken aufgespalten, und Psisters Typen, welche ihmschon bekannt waren, schauten hervor. Er weichte die ihm überlassene Pastete ein, und erhielti c> Blatter, wovon 9 die letzten Kapitel des Exodus, das zehnte aber den Anfang des Buchs?eviticus enthalten. So gieng man im I. 1671 mit Pfisters Bibeln um; man zerriß sie, ,kleisterte die Blatter zusammen und in dieser Gestalt brauchte man sie zum Einbund unbedeu-tender Rechnungen. Ich habe von diesem würdigen Manne das zehnte Blatt zum Geschenkeerhalten, und davon 4 Zeilen in dem litterarischen Magazin diplomatisch genau mitgetheilt.In der Bibliothek der vortrefflichen Abtey Langhei m, welche einen zahlreichen Schatz vontypographischen Alterthümern besitzt, sah ich ein Buch in 4: Oienongrium, qucx! ZemmzßsimnNruni vnc^nt, uuver calliZJtuin, ^rAcntm-,0, iZiZ, per ^oli. Knudlsuelr im-xreilmn, Zur Bedeckung seines Rückens und eines Theils des übrigen Bandes ist ein StückPergament benutzet, auf welchem die letzten Verse des IX und die erfreu des X Cap. Judith

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