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Aelteste Buchdruckergeschichte von Bamberg : wo diese Kunst neben Mainz, von allen übrigen Städten Deutschlands zuerst getrieben worden ; aus der Dunkelheit hervorgezogen und bis 1534 fortgeführt, auch mit ein Paar Abhandlungen versehen / von P. Placidus Sprenger, Benediktiner und Bibliothekar der Abtey Banz
Entstehung
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chsr gewiss der unsrige und nach der Hand von Nürnberg noch Vamberg gezogen ist, wie dieFolge lehren wird. Er nannte sich auch Hanns Buchdrucker, und giebt in seinen mitHolzschnitten versehenen Verlagsartikeln, die gewöhnlich nur aus wenigen Bogen bestehen,und einen sehr kompenvivseu Apparat voraussetzen, seine Wohnung in der Frauengasse hinterder St. Martins Pfarrkirche an, wie aus der Aufzahlung der von ihm gedruckten und derVergangenheit entrissenen Werklein zu ersehen seyn wird.

Denis vermengt unsern Hanns Briefmaler mit Hannscn Bernecker,welcher seine Druckerei) nicht hinter St. Martin, sondern in dem noch heute sogenanntenZinkenwchr hatte. Dieser von den mannichfaltigen -Wohnungen herrührende Unterschied falltfreilich dem Auslander nicht fo auf, als jenem, der selbst lange an Ort und Stelle sich auf-gehalten hat. Das erste, von unserm Vriefmaler gedruckte bekannte Stück, ein Fisirbuch-

lein, ist vom I. 1487.

Lorenz Frieß in der fränkischen Chronik-) erzahlt, daß im Frühlinge 1494 einMägdlein bey 14 Jahre alt gen Wirzburg ^gekommen, und etliche gedruckte Liederlein überdas fthlgefchlagene ^Ansuchen Herzogs Albrecht von Sachsen , seinen Sohn Friedrichzum Loz^jutoi- von Wirzburg zu befördern, auf der sogenannten Grethen öffentlich feil-gebothen habe? Bischof Nttdolph habe, als er solches erfahren, das Magdlein mit denLiedern'ergreisfen lassen, welches bekannte, von dem Buchdrucker zu Bamberg Waresie damit herabgeschickt worden, um sie zu verkaufen. Darauf ward befohlen, die Lieder,so noch unverkauft waren, zu verbrennen, und der ^Hergang dem Bischof Veit zu Bamberg berichtet mit Bitte, den Buchdrucker darum zu strafen. Die deshalb vom Herzog Albrechtbey dem König Maximilian angebrachte Klage, und die Entschuldigung sowohl des Bi-schofs als des Domkapituls , muß, wer will, am angeführten Orte selbst nachlesen. B. Ru«dolph verweist den König, um den Dichter herauszubringen, an den Buchdrucker zu Bamberg lind an das Mägdlein, das ihm zustünde.

Von dieser Zeit an kann man nichts mehr ans dieser ^bambergifchen Druckereh auswei-sen. Vermuthlich hat unser Meister Hanns, der-Untersuchung zu entgehen, seinen Stabanderstwohin, und zwar^ nach Erfurt gewendet. Denn in den Panzerischen Annalen der deut-schen Litteratur glaube ich ihn gefunden zu haben ü). 14115 von Sancta Anna getrucktzu Erssort zu den Eynsydeln bey sant Veit vonHannsen Buchdrucker von nyrenberg.Hier hat er sein erstes Vaterland angezeigt, und die Gewohnheit beybehalten, seine Woh-nung anzudeuten.-i> Journal zur Kunstgeschichte, 2.

I,) in Supplcm. ^üitt. v. zo?. num. 2525 und an mehreren Orten, die bey R:z?nsinmg dzr Werke

sclbst sollen bemerket werden,c) bey Ludewig in den Wir-b. Gcschichtschr- S. 861.

ä) S. Lau-