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noch manche gegenseitige von alten Zeiten hergebrachte Handlung: Also wallet z. B. am Palm-sonntage die Geistlichkeit des Domsiifts in die Klosterkirche, und verrichtet!da die Wcyhe derPalmen / indeß vorher die Benediktiner ihre Kirche räumen, und um eben dieser Ceremoniewillen in ihre nahe Probsteykapelle zur heiligen Getreu (8. ?iciex) wallfahrten u. s. w.
Nach dem Kalender folget auf -s? Blattern, welche mit rothen römischen Zahlen ver-sehen sind, das ^ro^rium miisüniln c^e tew^ore vom ersten Adventssonntage an, das coin-mune- dann das proprium sgnctorum, nnd zuletzt das cominuno le^uentiaiuni 6cisuctis. Die Kapitalbuchstaben, und Choralnotcn sind mit der Feder gemacht. Das Papierist weiß und stark, und der Druck schon. Exemplare davon besitzen die Abteycn Michels«berg und Ban;.
Daß Sensenschmidt in der Unterschrift sagt: /?e»e,s — vlksm LsbsnK. rührt daher,weil damals diese Gegend noch nicht so, wie jetzt bebauet war, daß sie nunmehr mit derStadt durch Gebäude völlig zusammenhängt.
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Il) ^/iM/,/// i/?»At?^>. Am Schlüsse des ?roprii 6e temxore
heißt e6: t'srs I^^emslis likioruiu nvrarum. LArsAium ^er cs^itulum l/riiui-^en5e cc>rrec?orum. jzer //e?z»-/cttm ^etM?^/?e?ne^ et^uno »- 1482. Ksl. vero ^Ouenidriz ld. iin^reüuiuin l^nit: in 4.
Man konnte zwar die Abbreviaturen in der Unterschrift: caircctu und imjzssa zumNachtheile der beyden Buchdrucker lesen; allein die Billigkeit scheint es zu fordern, so zu le-sen, wie ich geschrieben habe, oder auch in Zenere ioeininino: corieälgluin - imjzrellgrum,indem so harte Abkürzungen zu jener Zeit zwar nicht allgemein, aber doch nicht ganz unge-wöhnlich waren. Wo wohl der?srs sestivsl-z dieses Breviers noch vorhanden seyn mag?Bücher dieser Art gehen durch den Gebrauch oft völlig zu Grunde, wie es den Donaten ergan-gen ist; und man hielt sie nach der Abnutzung des Aufbewahrens gemeiniglich nicht werth.Der gegenwartige Wintertheil hat sich in der Universitätsbibliothek zu Jngolsiadt erhalten,»ind eine Beschreibung davon liefert Herr Seemiller ialc. II incunsK. «xpoZr. S. 112.Pctzensteiner schreibt sich sonst immer ^sinricu5. Vtelleicht ist ^enricu!,, wie die Jahrzahl14Z1, ein Druckfehler. Daß er übrigens hier dem Senscnschmidt voransteht, mag darin»seinen Grund haben, baß er die Uebernahme dieses Druckes bey dem Domkapitel zu Frcisin-gen ausgewirket, oder die Vcrlagskosten vorgeschossen hat. Hr. Panzer I. c-> setzet diesesBuch ein Jahr früher. Denis hat den Druckfehler bey Scemillcr bemerkt, und bringt esS. «46 8uxp1. ^Icut. unter 1482. Ein gleiches ist nachher such von Herrn Panzer, ^uugj.t)-x>. Vol. IV. x. 25z. n. z. geschehen.
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