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Aelteste Buchdruckergeschichte von Bamberg : wo diese Kunst neben Mainz, von allen übrigen Städten Deutschlands zuerst getrieben worden ; aus der Dunkelheit hervorgezogen und bis 1534 fortgeführt, auch mit ein Paar Abhandlungen versehen / von P. Placidus Sprenger, Benediktiner und Bibliothekar der Abtey Banz
Entstehung
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ten Stadt Obel'keit befohlen ist/ und in Kraft des heiligen Gehorsams, und bey Drohen desgöttlichen Gerichts, fordern wir, daß ihr gedenkt an euer gewohnte Eottsfürchtigkeit gegenGott und feinen Glauben, und an euer fürtrefliche Fürfichtigkeit, daß ihr in alle Weg ver-schafft, daß bey euch oder in euer Stadt Gebiet solche gedruckte Bücher hinfürtnit verkauft, oder die noch nit gedruckt sind, Hinfurt nit gedruckt werden,sondern wie viel ihr derselben in benannter eurer Stadt findet, verbrennen lasset, nachdem Urtheil Pabs-liches Stuhls und Kaiserl. Gebot. Wo ihr aber nachlaßig scyn würdetzu bessern euer verkehrten Tuchdrucker, welche, als zu glauben ist, mit,,G eld durch die Lutherischen verruckt seind, (ists anders wahr, das wir gehörthabe») ufs willigst der Lutherischen Bücher drucken, und mit nichtedrucken ivöllen die Bücher die von den rechten Christen wider sie, fürdie Wahrheit gefchrieben werden, so verkündigen wir euch, daß ihr der göttlichenund schrecklichen Nach nit entgehen werdet u. s. w. Dies macht es begreiflich, warumdie Buchdrucker aus dem Zinleuwehr verschwunden und Erlinger selbst mit seinem Drucker-gerath nach Wertheim zu dem dasigen Grafen Georg, einem eifrigen Verehrer Luthers undseiner Lehre, ausgewandert sey. Es ist glaubwürdig, daß obige Nachrichten durch den Bi-se-'of Weiga nd von Redwitz an den Pabst gelanget seyn. Uebrigens hat Erlinger indiesem Jahr auch folgende zwey Werke zu Vamberg gedruckt, die ich aber nicht selbst gesehenHabe, und nur aus den anzuführenden Schriftstellern kenne.

65) Der Türcken heymligkeyt. Ein New nützlich Küchlein von der Türcken vrsprung,pollicey, hofiytten vnd gebreuchen, in vnd ausser den zeitten des kriegs, mit vilandern, warhafftigen lustigen anzeygcnn, durch Theodorum, Spanduui«num Contacusinum von Coustantinopel, weylcmt bebstlichcr heilikeyt, ieoui dem ^.in welscher sprach beschribenn zugeschickt, vnnd in ncwligkeytt durch Casper vonnAufscs in ein gemein teutsch gezogen. MD.xxiii. Am Ende: Gedruckt vndvolendt, durch Georg Erlinger zu Vamberg, am Freytag nach dem Auf-farttag jin jar nach der gepurt vnserS erlösers, fünffzehenhunndert vnnd jm dreyvundzweynhigsten jar. ze. In 4.

Unter obigem Titel ein Holzschnitt, ein Lager vorstellend; voran steht ein großes Zelt,in welchem der türkische Kayfer, mit einer sonderbaren Krone auf dem Haupte, in der rechtenHand ein Schwerd, in der linken aber einen Negimentsstab haltend, sitzet. Zugeeignet hatdiese Schrift der Ueberfetzer, Johannfen Herrn zu Schwarzen berg. Der Verfasserheißt eigentlich 8p2nciux,muz, und war ein griechischer Mönch im 15 ten Jahrhundert. Ist -11 B. und Z Bl, stark. Ein Exemplar davon befindet sich in der Panzerischen Sammlung.

66) Vom