Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
54
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54 Bischof Bossuets Einleitung

I-chre »ach die getreuesten Nachrichten gehabt haben, nicht ^-chreSüwtRcm ^^er, als der heiligen Schrift, entgegen ^^-^' ^ sind.

Man darf nur sagen, um alle Schwierigkei-ten aufcinmal zu heben, daß die heiligen Schrift-steller, so wohl was die Zeit, als was die Lage derOcrter betrifft, den orientalischen Königreichennäher gewesen sind. Sie schrieben die Geschichteeines Volkes, deren Begebenheiten in die Be-gebenheiten dieser großen Reiche eingeflochtenwaren; wenn sie also auch außer diesem Vor-züge keinen andern hatten, so müßten sie Ansehengenug haben, die Griechen und Lateiner, welcheden Griechen gefolgt sind, zum Stilleschwcigcnzu bringen.

Wenn man sichs auch allenfalls vorsetzt, dieberühmte Folge der drey ersteil Monarchien zubehaupten; wenn man den Medern die babylo-nischen Könige unterwürfig machen will, damitdie Meder allein den ihnen eingeräumten Rangunter den Monarchien behalten sollen; wennman aber zugleich zugesteht, daß die Assyrierun-gefähr nach hundert Jahren sich durch einenAufruhr von der Herrschaft der Meder frey ge-macht haben: So rettet man zwar auf einigeWeise die Ordnung der heiligen Geschichte;allein man ist mit den besten weltlichen Ge-schichtschreibern nicht einstimmig, mit welchendie heilige Schrift besser zusammenstimmt, in-dem sie das Reich der Meder, und der Perserstets mit einander vereiniget.

Es ist noch eine Ursache der Dunkelheit inden alten Geschichten übrig, und diese Ursache

will