128 Bischof Bossuets Einleitung
Jahre nach Sein Zorn, vor dem man sich allzusehr fürchtete,Ge- w<ir die Ursache seines Todes. Diejenigen, diein der Gefahr zu seyn glaubten, Opfer seinesZorns zu werden, kamen ihm zuvor, und seinSecretär, den sein Zorn am ersten bedrohte,wurde das Haupt der Beschwörung. Die Ar-mee, welche ihn durch die Verschwörung so vie-ler Heerführer umkommen sah/ weigerte sich,einen Kaiser zu erwählen, aus Furcht, einen vonden Mördern des Aurelius auf den Thron zusetzen. Der Senat, welcher wieder zum Be-sitze seines alten Rechtes kam, erwählte den Ta-cituS. Dieser Prinz war, seines Alters, und sei-ner Tugend wegen, ehrwürdig. Allein die Ge-waltthätigkeiten eines Verwandten, dem er dasFeldherrnamt über seine Kriegsvölker anver-traute, machten auch ihn verhaßt, und er kam,im sechstenMonate seiner Regierung, mit ihm um»S76. Seine Erhöhung beschleunigte also nur das Endeseines Lebens. Florian verlangte, wegen desRechtes der Erbschaft, sein Nachfolger zu seyn;denn er war sein nächster Anverwandter. Allemdieses Recht wurde nicht für gültig erkannt.Er wurde umgebracht, und Probus von seinenSoldaten gezwungen, das Reich anzunehmen;sie zwungen ihn auch da noch, als er ihnen drohte,daß er eine strenge Kriegszucht unter ihnen ein-277« führen würde. Alles beugte sich unter die Herr-278. schaft eines so großen Feldherrn. Die Deut-280. sihen und Franken, welche in Gallien eindringenwollten, wurden zurückgetrieben, und die bar-barischen Völker ehrten sowohl im Oriente, alsim Occideme, die römischen Waffen. Ein so
fürch-