Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
149
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in die allgemeine Geschichte. 149

ders bestreiken konnte, als daß er auf eine andre Aus- Jahreschweifung gerieth, wurde eben so muthig verwor-fen. Der heilige Pabst, Leo, der Große, verdammteund widerlegte ihn zugleich durch einen Brief, dervon der ganzen Welt verehrt wird. Die vierte 45?«allgemeine Kircheiwersammlung, welche zu Chalce-don gehalten wurde, wo dieser große Pabst, sowohlwegen seiner Lehre, als wegen des Ansehens seinesStuhles, den obersten Sitz hatte, that den Eutyches,und den Dioscor, den Patriarchen von Alercmdrien,den Beschützer des Eutyches , in den Bann. DerBrief der Kirchenversammlung an den heiligen Leozeigt, daß er unter ihr durch seine Legaten, nichtanders, als das Haupt bey seinen Gliedern, der Oberstewar, und die vornehmste und entscheidende Stimmehatte Der Kaiser, Marcian , war selbst bey dieserKirchenversammlung nach dem Beyspiele Constan-tins zugegen, und nahm ihre Aussprüche mit eben derEhrfurcht an. Kurz vorher hatte ihn Pulcheria zurkaiserlichen Würde erhoben, indem sie sich mit ihmvermahlt hatte. Sie war nach dem Tode seinesBruders, als Kaiserinn, erkannt worden, weil er kei-nen Sohn nachgelassen hatte. Allein man mußtedem Reiche einen Herrn geben, und die Tuzend desMarcian verschaffte ihm diese Ehre. W Ehrend die-sen beyden Kirchenversammlungen machte sich Thco-doret, der Bischof von Cyr,in Syrien bekannr,und seineLehre wäre ohne Flecken, wenn nicht die heftigen Schrif-ten,welche er wider den heiligenCyrill schricb,allzugroßerErläuterungen nöthig gehabt hätten. Er erklärte sich we- ,gen dieser Schriften, als ein redlicher Mann, und wurdedaraufmit unter die rechtgläubigen Bischöfe gerechnet.

K z Die^ Kel. 8. L^noä. Lbslc. I^eon. Lonc. ?arr. III.