Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
165
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in die allgemeine Geschichte. 165

Die Siege des Leontius hatten die Saracenen gede- Jahre nachmüthigt, und die Ehre des Reiches im Oriente wie- ^^^'^^der hergestellt. Allein dieser tapfre Feldherr, wel-cher unrechtmäßiger Weise angehalten, und zur un-rechten Zeit wieder losgelassen wurde, ließ seinem 694»Herrn die Nase abschneiden, und vertrieb ihn. Die- 696.sem Nebellen wurde vom TiberiuS, AbsimareS genannt,eben so begegnet, welcher aber auch nicht lange beyder Regierung blieb. Iusiinian, welcher wieder auf 7^2.den Thron gesetzt wurde, war gegen seine Feinve un-dankbar, und indem er sich an seinen Feinden rächte,so erweckte er sich noch weit fürchterlichere Freunde, 7".welche ihn umbrachten. Die Bildnisse deöPhilippi-cus, seines Nachfolgers, wurden in Rom nicht ange-nommen , weil er den Monotheliten günstig war, undsich wider die sechste allgemeine Kirchenversammlungerklärte. Man erwählte zu Constantinopel, Ana- 7^3*stasius,den II, einen rechtgläubigen Prinzen, und demPhilippicus wurden die Augen ausgestochen. Umdiese Zeit waren die Wollüste des Königes, Roderich,oder Rodrigo, Ursache, daß Spanien den Mohrenüberliefert wurde; so wurden die asricanischen Sa-racenen genannt. Der Graf, Julian, der seine Toch-ter rächen wollte, die sein König misbrauchte, riefdiese Ungläubige!: nach Spanien . Sie kamen mitunzähligen Heeren; dieser König kam um: Spanien mußte ihnen unterwürfig werden, und das Reich derGothen hatte ein Ende. Die spanische Kirche wurdedamals in eine neue Versuchung geführt. Allein dasie sich unter den Arianern erhalten hatte, so konntensie die Mahometaner auch nicht überwältigen. Sieließen der Kirche im Anfange noch Freyheit genug; al-lein in den folgenden Iahrunderten mußte sie große An-

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