i68 Bischof Bossuets Einleitung
Jahre nach brechen, welche über dem großen Eingänge der Kir-burt^^ ^ Constantinopel stund» Damit nahmen dieGewaltthätigkeiten der Jconoklasten, oder der Bil-derstürmer, ihren Anfang. Die andern Bilder, wel-che die Kaiser, die Bischöfe, und alle Glaubigen,seitdem in der Kirche Ruhe gewesen war, so wohl anöffentlichen, als besondern Oertern, aufgerichtet hat-ten, wurden auch umgeworfen. Bey diesem trauri-gen Schauspiele gerieth das Volk in Bewegung.Die Bildseulen des Kaisers wurden an verschiednenOrten niedergerissen. Er glaubte, daß seine Personbeleidigt worden wäre, und man hielt ihm vor, daßer Jesum Christum, und seine Heiligen, auf eben dieseArt beleidigte, und daß nach seinem eignen Geständ-nisse die Schmach, die dem Bildnisse angethan wür-de , auf das Original zurückfiele. Italien gieng nochweiter; die Gottlosigkeit des Kaisers war Ursache,daß man ihm die gewöhnlichen Schutzgelder verwei-gerte. Luitprand, ein König der Lombarden, be-diente sich eben dieses Vorwandes, Ravenna, denSitz der Exarchen, einzunehmen. So nennte mandie Statthalter, welche die Kaiser nach Italien sen-deten. Der Pabst, Grcgorius, der ll, widersetzte sichder Umstürzung der Bilder; allein er widersetzte sichzu gleicher Zeit auch den Feinden des Reiches, undgab sich Mühe, die Völker im Gehorsame zu erhal-7zc>. ten. Der Friede wurde mit den Lombarden geschlos-sen , und der Kaiser vollstreckte seine Verordnung wi-der die Bildnisse noch weit heftiger, als sonst. Al-lein der berühmte Johannes Damascenus erklärte sichgegen ihn, daß er in Religionssachen keine andernVerordnungen, als die Befehle der Kirche, annähme,
759. 742. und er mußte viel darüber leiden. Der Kaiser vertrieb
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