Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
170
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i7v Bischof Bossuets Einleitung

Iahrenach einer Person. Er wußte das Geheimniß, diese-br'^Ge-M^cht durch seine großen Verdienste zu behaupten,und nahm sich vor, sich auf den Thron zu setzen.752. Childeric, der Elendeste unter allen Prinzen, bahnteihm selbst den Weg dazu, und war bey seiner Träg-heit auch ein unsinniger Prinz. Die Franzosen wurdenendlich ihrer faulen und niederträchtigen Könige müde,und waren schon seit langer Zeit an das Haus ihresCarl Martels gewohnt, welches an großen Männernfruchtbar war. Sie stunden nur wegen des SchwureS,den sie dem Childeric geleistet hatt«n, noch einigeZeit an , den Pipin zum Könige auszurufen. Alsihnen aber der Pabst auf ihre Fragen, die sie deswegenan ihn ergehen lassen, geantwortet hatte, glaubtensie frey und ihres Eides erlassen zu seyn, den sie ih-rem Könige geleistet hatten, weil er und seine Vor-fahren, seit mehr denn zweyhundert Jahren, dem Rech-te, über sie zu herrschen, dadurch entsagt zu habenschienen, daß sie mit dem Oberhofmarschallamte alle75z. Gewalt hatten vereinigen lassen. Pipin ward also aufden Thron gesetzt, und der Name eines Königesward mit dem Ansehen eines Königes wieder verei-nigt. Der Pabst, Stephanus, der II, fand in demneuen Könige eben den Eifer, den Carl Martel fürden heiligen Stuhl wider die Lombarden bewiesenhatte. Nachdem er den Kaiser vergebens um seinenBeystand gebeten hatte, so warf er sich in die Arme754. der Franzosen. Der König empfing ihn in Frank-reich mit vieler Ehrfurcht, und j wollte von seinerHand eingeweiht und gekrönet seyn. Zu eben derZeit gieng er über die Alpen , befreyte Rom, und dasExarchat von Ravenna, und nöthigte den Astolph,den König der Lombarden, zu einem billigen Frieden.

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