Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
188
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»88 Bischof Bossuets Einleitung

es von ihm in der Sonne und in den Gestirnen er-halten hat. Er hat uns damit lehren wollen, daßdiese großen und prachtigen Lichter, woraus man hatGottheiten machen wollen, nicht von sich selbst diekostbare und herrliche Materie, aus der sie bestehen,Noch die bewundernswürdige Gestalt hatten, die. erihnen gegeben hat.

Kurz, die Erzählung der Schöpfung, wie wirsie vom Moses haben, entdeckt uns dieses große Ge-heimniß der wahren Philosophie, daß Gott allein dieUrsache aller Fruchtbarkeit sey, und eine unum-schränkte Gewalt besitze. Er ist die Glückseligkeit,die Weisheit, und die Allmacht selbst; er ist sich al-lein genug ; er thut alles, ohne gezwungen zu seyn,wie er alles thut, ohne daß er etwas bedarf. DieMaterie schränkt ihn niemals ein, und bringt ihnniemals in Verwirrung; er macht aus ihr, was erwill, weil er ihr bloß durch seinen Willen den Grundihres Wesens gegeben hat. Nach diesem uneinge-schränkten Rechte wendet, bildet, und bewegt er sieohne Mühe; alles hängt unmittelbar von ihm ab,und wenn nach der einmal bestimmten Ordnung derNatur ein Ding die Ursache des andern wird, wiedie Sonnenhitze eine Ursache von der Erzeugung, unddem Wachsthums der Pflanzen ist; so ist das die Ur-sache, daß eben derselbe Gott, welcher alle Theiledes Weltgebäudes hervorgebracht hat, einen Theilmit dem andern verknüpfen, und durch diese ver-wundernswürdige Zusammenkettung seine WeisheitVerherrlichen wollen.

Allein alles, was uns die heilige Schrift von derErschaffung des Weltgebaudes lehrt, ist in Beglei-chung