in die allgemeine Geschichte. 19z
Nachdem unsre ersten Aeltern also erschaffen wor-den waren, sehte sie Gott in den anmuthigen Garten,welcher das Paradies genannt wird. Gott war sichsselbst schuldig, sein Ebenbild glückselig zu machen.
Er gab dem Menschen einGebot,ihn damit zu lehren,daß er einen Herrn hatte. Dieses Gebot betraf einesinnliche Sache, weil der Mensch mir Sinnen erschaf-fen worden war; das Gebot war leicht, weil Gott ihm das leben bequem machen wollte, so lange es un-schuldig seyn würde.
Der Mensch erfüllte das Gebot nicht, das so leichtzu beobachten war. Er gehorchte dem Versucher,und gehorcht sich selbst, da er allein Gott gehorchensollte. Sein Fall ist unvermeidlich; allein wir müs-sen ihn sowohl seinem Ursprünge, als seinen Folgennach betrachten.
Gott hatte im Anfange seine Engel, reine Geistererschaffen, die von aller Materie frey waren. Er,der alles gut macht, was er macht, hatte sie mit einervollkommncii Heiligkeit erschaffen, und sie konnten ih-rer Glückseligkeit gewiß seyn, wenn sie sich ihremSchöpfer freywillig ergaben. Allein alles, was ausNichts erschaffen wird, ist mangelhaft. Ein Theildieser Engel ließ sich von der Eigenliebe verführen.Wie unglücklich ist dieCremur, die sich selbst, undnicht in Gott gefallt! Sie verliert in einem Augen-blicke alle ihre Vollkommenheiten. SchrecklicheWirkung der «Sünde! Diese Geister des lichtes wur-den Geister der Finsterniß. Sie hatten keine Ge-danken mehr, die nicht zu boshaften Tücken wurden.Ein boshafter Neid kam bey ihnen an die Stelle derLiebe; ihre natürliche Größe war weiter nichts, alsHochmuth; und ihre Glückseligkeit wurde in den trau-
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