l94 Bischof Bossuets Einleitung
rigen Trost verwandelt, daß sie in ihrem Elende, und^ in ihren, zwar glücklichen, aber abscheulichen Be-schaffrigungen, die Menschen zu verführen, Mitge-nossen zu haben suchten. Der Vollkommenste unterihnen, der auch der Hochmüthigste geworden war,wurde der boshafteste, und zugleich der unglücklichstePs. s. Geist. Der Mensch, den Gott ein wenig unter dieEngel erniedrigt hatte, indem er ihm einen Körpergegeben, erweckte den Neid eines Geistes, der so voll-kommen gewesen war. Er wollte ihn also in seinenAufruhr, und hernach auch in seinen Untergang ver-wickeln. Wir wollen hören, wie er redet, und seinegebrauchten listigen Ueberredungen einzusehen suchen.Er wendet sich an Eva, als die Schwächste; aber erredet in der Person der Eva ihren Mann so gut an,
, B. M. z, i. als sie. Sollte Gorr, spricht er, gesagt haben,ihr sollt nicht essen von allerley Räumen inrGarren ^ Wenn er euch Vernunft gegeben hat, somüßt ihr die Ursache von allem wissen: Diese Frucht
i B.M.z/4- ist kein Gift: Ihr rverdec nicht davon sterben»Damit nimmt die Neigung zum Aufruhre ihren An-fang. Man vernünftelt über das Gebot, und derGehorsam wird zweifelhaft gemacht. Ihr werdetseyn, roie Gott, frey, unumschränkt, glücklich undweise durch euch selbst; ihr rverdec wissen, wasböse und gut ist; nichts wird euch uncrforschlichbleiben. Dieses sind die Bewegungsgründe, wodurchder Mensch gereizt wird, der Ordnung des Schöpfersentgegen zu handeln, und sich über sein Verbot zu er-heben. Eva, welche schon halb gewonnen ist,schaute an, daß von dem Baume guc ;u essenrvare. Weil sie sah, daß Gott in dem MenschenLeib und Seele vereinigt hatte, so glaubte sie, daß er
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