Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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199
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in die allgemeine Geschichte. 199

Die Welt erneuert sich, und kömmt noch einmalaus dein Schooße der Wasser hervor. Allein bey al-ler dieser Erneuerung behalt sie doch einen ewigenEindruck der göttlichen Rache. Bis auf die Sünd-flmh war die ganze Natur weit stärker, und lebhafter.Die ungeheure Menge Wasser, unter welchen Gottdie Erde vergrub, stund so lange über ihr, daß ihreSafte, die sie vcrschlosi, verderbt wurden. DieLuft wurde mit einer außerordentlichen Feuchtigkeitbeschwert, und unterhielt dadurch den Grund zurVergänglichkeit, und da die erste Einrichtung derWelt geschwächt war, so wurde das menschliche Le-ben immer kürzer, welches die Menschen vorher fastbis auf tausend Jahre gebracht hatten. Die Pflan-zen und Früchte hatten nicht mehr ihre erste Kraft,und den Menschen mußte mit dem Fleische der Thiereeine stärkere Nahrung gegeben werden.

So mußten nach und nach die Uebcrbleibsel derersten Einrichtung verschwinden, und die ganz ver-änderte Natur sagte dem Menschen, daß Gott fürihn nicht mehr der gnädige Gott wäre, weil er ihndurch so viele Verbrechen wider sich gereizt hätte.

Das lange Leben der ersten Menschen, wovon unsdie Geschichte Mosis Nachricht giebt, ist auch an-dern Völkern nicht unbekannt gewesen, und ihre al-ten Sagen haben uns das Andenken davon aufbe-halten. Der Tod, welcher sich näherte, ließ dieMenschen eine schnellere Rache empfinden, und weilsie sich alle Tage tiefer in das Laster stürzten, somußten sie auch alle Tage ihre Strafe näher haben*.

Die einzige Veränderung mit den Speisen, da siedas Fleisch der Thiere zu ihrer Nahrung nehmen

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