Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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in die allgemeine Geschichte. 20z

verdammlichen Beyspielen gefolgt sind. Aber dieKriege waren noch nicht erfunden. Nach der Sund-fluth erschienen erst diese Verwüster der Provinzen,welche man Eroberer hieß, die durch die Ehre zuherrschen angetrieben wurden, so viele Unschuldigeauszurotten. Nimrod , der ein verfluchter Abkömm-ling des verfluchteil Chams war, sing den Krieg an,um sich ein Reich aufzurichten. Seit der Znt hatdie Herrschsucht keine Grenzen gehabt, und ist mit demLeben der Menschen nach ihrem Gefallen umgegan-gen. Die Menschen sind so weit gegangen, daß sieeinander umbringen, ohne einander zu hassen. Diegrößte Kunst, die am meisten geehrt worden ist, istdie Kunst, einander unizubringen.

So sieht der Anfang der Welt aus, wie uns Mo-ses denselben beschreibt, ein Anfang, der überausglücklich ist, und eine Folge von unendlichen Uebelnnach sich hat. Er ist in Ansehung Gottes beständigbewundernswürdig, und für uns ein reicher Anlaßzu Ueberlegungen, wenn wir ihn in unsern Gedan-ken übersehen wollen. Wir werden die Welt unddas menschliche Geschlecht immer unter der HandGottes sehen, wie er es durch sein Wort aus demNichts hervorruft; wie er es durch seineGüte erhalt, unddurch seine Weisheit regiert; wie er es nach seinerGerechtigkeit bestraft; wie er es durch feine Barmher-zigkeit wieder errettet, und wie es immer seiner Machtunterworfen ist.

Das ist nicht dic Welt, wie sie sich einige Philo-soph^', vorgestellt haben, die nach einigen durch eineungefähre Zusammenkunft der ersten Staubchen ent-standen ist, nach den Weifesten aber ihrem Urheber nurden Stoff dargeboten hat, sie daraus zu bilden, die

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