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2O2 Bischof Bossuets Einleitung
folglich weder im Grunde ihres Wesens, noch in ih-rem ersten Zustande von ihm abhängt, sondern ihnselbst an gewisse Gesetze bindet, die er nicht verletzenkann.
Moses, und unsre Altväter, deren Sagen ergesammlet hat, machen uns ganz andre Vorstellun-gen davon. Der Gott, den er uns gezeigt hat, be-sitzt eine ganz andre Gewalt; er kann erschaffen, undZernichten, wie es ihm gefällt; er giebt der NaturGesetze, und ändert sie ganz und gar, wenn er will.
Wenn er zu der Zeit, da ihn die Menschen ver-gessen hatten, erstaunliche Wunder gethan, und dieNatur gezwungen hat, wider ihre bestandigsten Ge-setze zu handeln, damit er sich den Undankbaren bekanntmachen möchte, so ist er fortgefahren, uns zu zeigen,daß er ein unumschränkter Herr der Natur, und seinWille das einzige Band sey, das die Ordnung in derWelt erhalt.
Das war es eben, was die Menschen vergessenhatten: Die Dauer einer so schönen Ordnung dientezu weiter nichts, als sie zu überreden, daß diese Ord-nung von je her, und von sich selbst, also gewesen wäre.Dadurch wurden sie geneigt, die Welt überhaupt,oder die Gestirne, die Elemente, und kurz, alle diesegroßen Körper, woraus sie bestehen, anzubeten. Gott hat also an dem menschlichen Geschlechte eine Gütebewiesen, die seiner würdig ist, indem er bey ausneh-menden Gelegenheiten diese Ordnung aufgehoben hat,welche sie nicht allein nicht mehr rührte, weil sie ihrergewohnt waren, sondern sie auch geneigt machte, sosehr verblendet waren sie! die Ewigkeit und Unabhän-gigkeit außer Gott zu suchen.
Die