Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
204
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2O4 Bischof Bossuets Einleitung

seiner unglückseligen Nachkommenschaft abhelfenkonnte.

Wie schön ist die Philosophie, die uns so reineVorstellungen von dem Urheber unsers Wesens giebt!Wie herrlich ist die Tradition, die uns das Andenkenseiner prachtigen Werke erhalt! Wie heilig ist dasVolk Gottes, das in cin.'r ununterbrochnen Folge, vomAnfange der Welt her, bis auf unsre Tage so herrlichemündlich fortgepflanzte Nachrichten, und eine so hei-lige Philosophie erhalten hat!

Allein, weil das Volk Gottes unter dem PatriarchenAbraham eine ordentlichere Gestalt gewonnen hat, soist es nöthig, Monseigneur, daß Sie sich beyeinem so großen Manne ein wenig auf-halten.

Vom

Abraham und den Patriarchen.

braham wurde ungefähr drcyhundert undfünfzig Jahre nach der Sündfluth zu einerZeit gebohren, wo das menschliche Leben noch sehrlange dauerte, ob es gleich schon in engere Grenzeneingeschlossen war. Noa war nur gestorben, Sem,sein ältester Sohn, lebte noch, und Abraham hat beynahesein ganzes leben mit ihm zubringen können.

Die Welt war also noch ganz neu, und so zu sagennoch von den Wassern der Sündfluth durchdrungen;die Menschen waren dem Ursprünge der Dinge ganznahe, und brauchten zur Erkenntniß der Einheit Got-tes,