in die allgemeine Geschichte. 205
tes, und dem Dienste, den sie ihm schuldig waren,weiter nichts, als den Unterricht davon, der vom Adam,bis auf den Noa, und weiter mündlich fortgepflanztworden war. Diese Tradition stimmte im übrigenmit den Wahrheiten, welche die Vernunft erkannte, s»überein, daß es schien, als ob eine so deutliche undwichtige Wahrheit niemals verfinstert werden könnte.
So ist der erste Zustand der Religion beschaffen,welcher bis auf Abrahams Zeiten dauert! Damalsdurften sich die Menschen nur ihr Gedächtniß und ihreVernunft lehren lassen, wenn sie die Größe Gotteserkennen wollten.
Allein die Vernunft war schwach und verderbt, undje weiter sich die Menschen von dem ersten Ursprüngeder Dinge entfernten, dcstomchr verwirrten sie dieVorstellungen unter einander, die sie von ihren Vor-fahren empfangen hatten. Die ungelehrigen oderübelunterrichteten Kinder wollten ihren gekrümmtenGroßvätern nicht mehr glauben, die sie nach so vielenGeschlechtern kaum mehr kannten. Der VerstandHer Menschen, welcher ganz sinnlos geworden war,konnte sich nicht mehr zu erhabnen geistlichen Dingenerheben, die Menschen wollten nichts anbeten, alswas sie sahen, und die Abgötterey breitete sich also aufder ganzen Erde aus.
Der Geist, welcher den ersten Menschen betrogenhatte, genoß dazumal die Früchte seiner Verführung,und sah die Wirkung des Wortes, das er gesagt hat-te : ^jl)r rverdec seyn, rvie Gott. So bald ersie aussprach, gieng er darauf um, wie er in dem Men-schen die Vorstellung von Gott, und die Vorstellungvon der Crearur vermengen, und einen Namen thei-len könnte, dejjen Majestät darinnen besteht, daß er