2O6 Bischof Bossmts Eitlleitung
keinem mitgetheilt werden kann. Sein Unternehmengelang ihm. Die Menschen, die von Fleisch undBlut eingeschläfert worden waren, hatten dennoch vonder göttlichen Macht eine dunkle Vorstellung behal-ten, die sich durch ihre eigne Kraft erhielt. Alleineben diese Vorstellung wurde mit den Bildern ver-wirrt, die durch die Sinne in die Seele gebrachtwurden, und verleitete sie so weit, daß sie alle Dingeanbeteten, welche einige Thätigkeit und einige Gewaltbesitzen. Folglich wurden die Sonne, und die Ge-stirne, weil sie sich aus einer so großen Weite empfin-den lassen, die ersten Gegenstände der öffentlichenAnbetung, und eben diese Ehre wiederfuhr dem Feuer,und den übrigen Elementen, weil ihre Wirkungenso sehr allgemein waren. Den großen Königen, undden Eroberern, und den Urhebern solcher Erfindungen,welche dem menschlichen Geschlechte-sehr nützlich waren,wurde bald auch die göttliche Ehre erwiesen. Die Men-schen litten ihre Strafe dafür, daß sie sich ihren Sin-nen unterworfen hatten. Die Sinne waren überalles Richter, und erschufen wider die Vernunft al-le die Götter, welche man auf der Erde anbetete.
Wie weit war dazumal der Mensch von seinem er-sten Zustande entfernt, und wie sehr war das Eben-bild Gottes in ihm entheiligt, und unscheinbar wor-den ! Konnte ihn wohl Gott mit so verkehrten Nei-gungen erschaffen haben, die sich von Tage zu Tagemehr äußerten? Und zeigte der wunderbare Hangdesselben, sich einem ieden andern Dinge lieber, alsseinem natürlichen Herrn, zu unterwerfen, die fremdeHand nicht deutlich genug, durch welche das WerkGottes in der menschlichen Seele so schrecklich ver-wüstet worden war, daß man kaum noch einige Spu-ren