218 Bischof Bossuets Einleitung
der Nation genannt werden. Gott erschien öffentlich,und ließ sein Gesetz in seiner Gegenwart bekannt inachen,wobey er durch die Beweise seiner Majestät und Machtalles in Erstaunen setzte.
Bis Hieher halte Gott den Menschen noch keinegeschriebnen Vorschriften gegeben. Die KinderAbrahams hatten allein dieBeschneidung, und die Cere-monien, die dabey waren, zu Zeichen des Bundes,denGott mit djesem auserwahlten Geschlechte aufgerich-tet hatte. Sie waren durch diese Zeichen von denen Völ-kern unterschieden, welche die falschen Götzen anbeteten.Sie erhielten sich im Bunde Gottes durch das An-denken der Versprechungen, die ihren Vätern geschehenwaren, und wurden als ein Volk bekannt, das den GottAbrahams,Isaacs,und Jacobs anbetete. Gott war sosehr vergessen, daß man ihn durch den Namen seinerwahren Anbeter, die er mächtig befthützt hatte, von denfalschen Göttern unterscheiden mußte.
Dieser große Gott wollte die Geheimnisse seinerReligion und seines Bundes nicht mehr dem bloßenGedächtnisse überlassen. Es war Zeit, der Abgötte-rei) Damme zu setzen, die stärker wären, weil sie dieganze Welt überschwemmte, und die Ueberbleibsel desnatürlichen Lichtes beynahe völlig auslöschte.
Die Unwissenheit und Blindheit hatte seit den Zei-ten Abrahams erstaunlich zugenommen. Die Er-kenntniß Gottes war zu seiner Zeit, und kurz daraufi B. M. 14/ noch in Palästina und Aegypten zu finden. Melchise-^ ^- dec, der König zu Salem, war der HohepriesterGotree, des Allerhöchsten, der Himmel undIB. M. -I, Erde gemacht hat. Abimelech, der König vone »6''-8^ Gerar, und sein Nachfolger eben dieses Namens,c.'l-/i7.iz. fürchteten Gott , schwuren bey seinem Namen, und be-wunderten seine Macht. Pharao , der Röntg in