Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
254
Einzelbild herunterladen
 

254 Bischof Bossuets Einleitung

gen, ob gleich jene vom Jercmias , und diese vomEzechiel dazu ermahnt werden. Sie ziehen diesen

Ier.14,14. heiligen Propheten, Propheten vor, die ihnen falscheGesichte predigen/, und ihnen in ihren Ver-brechen schmeicheln. Der Rächer kömmt nach Ju-däa zurück, und das Joch von Jerusalem wird schwe-rer. Allein diese unheilige Stadt wird noch nichtganz zerstört. Endlich erfüllt die Bosheit ihr Maas;ihr Hochmuth nimmt mit ihrer Ohnmacht zu, undNebucadnezar verkehrt sie in Staub und Asche.

«B.d.K>-6/ Gott verschome sein Heiiigthum nicht. Dieser9- schöne Tempel, diese Zierde der Welt, welche ewigbestehen sollte, wenn die Jsraeliten gottcsfürchtig ge-blieben waren, wurde von den Assyrern mit Feuerverbrannt. Umsonst schrien die Jüden beständig:

Jer. 7, -»> Hier ist der Tempel des Herrn, hier ist derTempel des Herrn, hier ist der Tempel desHerrn, als wenn sie dieser Tempel allein hätte beschü-tzen sollen. Gott hatte beschlösset?, ihnen zu zeigen,daß er nicht au ein Gebäude von Steinen gebundenwäre, sondern daß er gläubige Herzen haben wollte.Er zerstörte also den Tempel zu Jerusalem , und gabseine Schätze den Heiden zur Beute, und so vieleheilige Gefäße, welche dem Herrn von frommen Kö-nigen gewidmet worden waren, wurden einem gott-losen Könige übergeben.

Allein der Untergang des Volkes Gottes sollteder ganzen Welt zur Lehre dienen. Wir sehen ander Person dieses gottlosen , und zugleich siegreichenKöniges, was es mit den Eroberern zu sagen hat.Sie sind gemeiniglich weiter nichts, als Werkzeugeder göttlichen Rache. Gott übet durch sie Gerechtig-keit, und sodann beweiset er sie an ihnen selbst. Gott