Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
266
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266 Bischof Bossuets Einleitung

darüber erstaunen dürste, wenn sich in den Datis blitzser Prinzen einige Ungewißheit fände. Neun oderzehn Jahre aufö höchste, über die man bey einer Rech-nung von 490 Iahren disputiren kann, machen keinewichtige Streitfragen aus. Aber warum rede ich da-von noch länger? Gott hat alle Schwierigkeiten ge-hoben^ wenn einige da gewesen sind, und wider seineEntscheidung kann nichts eingewendet werden. Einoffenbarer und höchstmerkwürdiger Erfolg erhebt unsüber alle' Grübeleyen der Chronologisten, und derganzliche Untergang der Jüden, der sobald auf denTod unsers Heilandes gefolgt ist, zeigt denen, die nocheine so blöde Einsicht haben, die Erfüllung der gött-lichen Prophezeihung.

Es ist nichts mehr übrig, als daß wir noch einenUmstand bemerken. Daniel entdeckt lins ein neuesGeheimniß. Die Weißagung Jacobs hatte uns ge-lehrt, daß das Königreich Juda bey der Ankunft desMeßias aufhören sollte; allein sie sagt uns nicht, daßder Tod des Meßias die Ursache seines Reiches seynsoll. Gott hat dem Daniel dieses wichtige Geheim-niß offenbart; er offenbart ihm, wie mau sieht, daßder Untergang der Jüden eine Folge des Todes Christi und ihrer Undankbarkeit seyn wird. Man bemerke dieseStelle wohl; der Zusammenhang der Erfolge wirduns eine schöne Auslegung derselben seyn.

Kurz vorher zeigt Gott dem Propheten Danieldie Siege des Cyrus, und die Wiederaufbauungdes Tempels. Zu der Zeit aber, da er gebautwurde, erweckte Gott die Propheten Haggai undZacharias, und gleich darauf sendete er den Prophe-ten Malachias , der der letzte Prophet des alten jü-dischen Volkes seyn sollte.

Was