in die allgemeine Geschichte. 27z
mit ihnen zutrugen, und die Weißagungen erfüllten,waren allzugctreue Ausleger derselben.
Alle ihre Propheten hatten ihnen einen langen undsichern Frieden versprochen. Man liest die schönenBeschreibungen, die Iesaias und Ezechiel von derGlückseligkeit des jüdischen Volkes nach der babylo-nischen Gefangenschaft machen / immer noch mit deinempfindlichsten Vergnügen. Alle Ruinen sind er-gänzt, die Städte und die Flecken werden auf dasprächtigste wieder aufgebaut, das Volk ist unzählbar,seine Feinde sind gedemüthigt, lind der Ueberflußherrscht in den Städten und auf dein Lande. Gott verspricht, daß sein ganzes Land ruhen und still seynsoll. Sie genossen diese Ruhe unter den Königenin Persien . So lange dieses Reich bestund, so be-stätigten die günstigen Verordnungen des Cyruö denIüden ihre Ruhe und Sicherheit. Ob sie gleichunter dem Ahasverus, wer er auch seyn mag, mitihrem völligen Untergange bedroht wurden, so ließ ^sich doch Gott von ihren Thränen bewegen, daß erdas Herz des Königes auf einmal umkehrte, und sieau dem Hamcm, ihrem grausamen Feinde, rächte.Wenn man diesenZufall ausnimmt, der so bald cinEndehatte, so lebten sie immer ohne Furcht. Ihre Prophe-ten lehrten sie, den Königen zu gehorchen, denen sieGott unterwürfig gemacht hatte, und ihre Treue waruiwerbrüchlich. Folglich ward ihnen auch immerauf das gelindeste begegnet. Sie erlegten ihren Be-herrschern, die mehr ihre Beschüßer, als ihre Beherr-scher waren, einen kleinen Tribut, und lebten im übri-gen nach ihren eignen Geseßcn. Die priesterlicheGewalt hatte ihr voriges völliges Ansehen; die Ho-henpriester regierten das Volk ; der große Rath, der
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