in die allgemeine Geschichte. 275
Könige und Völker bereichert; die Juden leben unterder Gewalt der Könige in Syrien in Freyheit undFriedcn,und hatten selbst unter ihren eignenKönigcn kei-ne solche Ruhe genossen.
Es schien, daß sie ewig wahren sollte, wofern siesie nicht durch ihre eignen einheimischen Uneinigkeitengestört hätten. Dreyhundert Jahre lang hatte dasLand geruht, wie solches die Propheten vorhergesagthatten, bis endlich Eifersucht und Neid unter ihnenaufwachten, und sie beynahe in ihren völligen Unter-gang stürzten. Einige unter den Mächtigsten verrie-then ihr Volk und Vaterland, um den Königen zuschmeicheln; sie wollten sich, nach Art der Griechen, be-rühmt machen, und zogen die eitle Pracht der wahrenEhre vor, welche ihnen unter ihren Mitbürgern dieBeobachtung der alten väterlichen Gesetze zuziehenkonnte. Sie feyerten, wie die Griechen, öffentli-che Spiele. Diese Neuigkeit verblendete die Augendes Volkes, und die Abgötterei), die mit dieser Prachtverhüllt war, schien vielen Juden schön zu seyn. Zudiesen Veränderungen kamen die Streitigkeiten we-gen des Hohenpriestcrthumes, das die vornehmsteWürde der Nation war. Die Ehrsüchtigen hingenden Königen von Syrien an, um dazu zu gelangen,und die heilige Würde war der Preis für die Schmei-chelten der Hofleute. Der Neid und die Zwietrachtder Privatpersonen gereichte gar bald, wie zu ge-schehen pflegt, dem ganzen Volke zum größten Nach-theile. Antiochus Epiphancs faßte den Anschlag,dieses unter sich selbst uneinige Volk zu verderben, umvon ihren Reichthümern seinen Vortheil zu haben.Dieser Prinz erschien in allen den Charakteren, inwelchen ihn Daniel vorherbeschrieben hatte; er warS 2 ehr-