Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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282
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282 Bischof Bessuets Einleitung

land selbst zerstreut war, fing an, unter den Heidenden Namen und die Ehre des Gottes Israels zu ver-herrlichen. Die Schriften, welche dereinst das lichtder Welt seyn sollten, wurden in die allgemeinsteSprache der Welt übersetzt. Ihr Alterthum ist be-kannt. Unterdessen daß ihr Tempel verehrt, und dieheilige Schrift unter den Heiden ausgebreitet wurde,gab Gott schon den Menschen eine Vorstellung von ih-rer künftigen Bekehrung, und legte von fern denGrund dazu.

Selbst dasjenige, was unter den Griechen vorgieng,war eine Vorbereitung zur Erkenntniß der Wahrheit.Ihre Philosophen erkannten, daß die Welt von einemGotte regiert würde, der weit von den Göttern unter-schieden wäre, welche der Pöbel anbetete, und die sieselbst mit dem Pöbel verehrten. Die griechischenGeschichten machen es glaubwürdig, daß diese herrlichePhilosophie aus dem Oriente, und von den Ortenhergekommen sey, wo die Iüden zerstreut waren.Allein sie mochte hergekommen seyn, woher sie wollte,so fing doch diese Wahrheit an, wenn sie gleich be-stritten wurde, und ihre Lehrer nicht darnach lebten,das menschliche Geschlecht aufzwecken, und zumVoraus denen gewisse Beweise an die Hand zugeben, welche die Menschen künftig aus ihrer Unwis-senheit herausreißen sollten.

Wie aber die völlige Bekehrung der Heiden einWerk war, das dem MeßiaS vorbehalten war, und daseigentliche Merkmal seiner Ankunft seyn sollte, so hat-ten dennoch derJrrthum und dieGottlosigkeit überall dieOberhand. Die aufgeklartesten und weisesten Völ-ker, die Chaldäer, die Aegyptier, die Phönicier, dieGriechen, und die Römer waren in Dingen, die die

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