in die allgemeine Geschichte. 28z
Religion angiengen, ganz unwissend und blind; so ge-wiß ist es, daß man in diesen Wahrheiten durch einebesondre Gnade, und durch eine mehr, als menschlicheWeisheit erleuchtet werden muß/ Wer sollte sichuntersangen, die Gebrauche ihrer unsterblichen Göt-ter, und ihre unreinen Geheimnisse, ihre LiebeSve»siandnisse, ihre Grausamkeiten, ihre Misgunst, undalle ihre andern Ausschweifungen zu erzählen, auf diesich alle ihre Feste, ihre Opfer, und die Lieder, dieman sang, und die Gemälde bezogen, die man in ih-ren Tempeln aufhing? Also wurde das Laster an-gebetet, und für nothwendig zum Gottesdienste er-achtet. Der Ernsthafteste unter den Philosophender Hciden,Plato , verbot ihnen die Räusche; er erlaubtesie aber an den Festen, die dem Bacchus zu Ehrenangestellt wurden. Aristoteles tadelt alle schändli-chen Gemälde mit der größten Strenge, die Gemäl-de der Götter ausgenommen, die durch dergleichenschandbare Bildnisse geehrt seyn wollten. . Mankann nicht ohne Erstaunen die Ehrenbezeugungen,welche der Venus erwiesen werden mußten, und dieUnflätereyen lesen, welche bey ihrem Dienste einge-führt waren. So artig und weise auch Griechenland war, so hatte es doch diesen schandbaren Gottesdienstangenommen. In den gefährlichsten Umständennahmen sowohl die Privatleute, als ganze Republi-ken ihre Zuflucht zur VcnuS, der Buhlerinn, undGriechenland schämte sich nicht, seine Errettung denGebeten zuzuschreiben, die sie an diese Göttinn ab- 5^.1.15.schickten. Nachdem Terres und seine furchtbaren ^ri>.-.>.i. ,z.Armeen überwunden worden waren, so hing man inihrem Tempel ein Gemälde auf, wo ihre Gelübdeund ihre feyerlichen Proceßionen abgebildet waren.
Simo-