5O2 Bischof Bossuets Einleitung
so werden wir daselbst ein gewisses Bild von der Drey-einigkeit finden, die wir anbeten. Der Gedanke,welchen unser Verstand erzeugt, dieser Zweig unsersGeistes, dieser Sohn unsers Verstandes, stellt unseinigermaßen den Sohn Gottes vor, der in dem Ver-stände Gottes von Ewigkeit her gezeugt worden ist.Daher nimmt dieser Sohn Gottes den Namen desWortes an, damit wir daraus erkennen sollen, daß erin dem Schooße seines Vaters nicht so gezeugt werde,wie die Körper entstehen, sondern wie in unsrer Seeledieses innre Wort entsteht, welches wir empfinden,wenn wir die Wahrheit betrachten *.
Allein die Fruchtbarkeit unsrer Seele hört nichtbey diesem innern Worte, bey diesem intellcctualischcilGedanken, bey diesem Bilde der Wahrheit auf, dasin uns entsteht. Wir lieben sowohl dieses innreWort, und den Geist, wo sie entsteht, und, indem wirihn lieben, empfinden wir etwas, das uns eben sokostbar ist, als unser Geist, und unser Gedanke; dasdie Frucht des einen und des andern ist; das sie ver-einet; das sich mit ihnen vereinet, und mit ihnen nurein Leben ausmachet.
So weit also zwischen Gott und den Menschen ei-ne Achnlichkeit seyn kann, so entsteht in Gott die ewi-ge Liebe, die vom Vater, welcher denkt, und von demSohne, welcher sein Gedanke ist, zugleich ausgeht,um mit ihm, und seinem Gedanken eine einzige Naturauszumachen, die gleich glückselig und vollkommen ist.
Mit einen: Worte, Gott ist vollkommen, und seinWort, das lebendige Ebenbild einer unendlichenWahrheit, ist eben so vollkommen, als er, und seinejiebe, die aus einer unerschöpflichen Quelle des Guten>Ä-'. , / ---'^'^5' ^ ^ ' - > --, " her?
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