Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
304
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zo4 Bischof Bossuets Einleituug

vereinigt ist. Alis der Vereinigung des einen mitdem andern wird ein Ganzes zusammen, welches un-verweslich , und verweslich, geistlich, und bloß thie-risch ist. Diese Eigenschaften kommen dem Ganzenzu, in sofern sich beyde Theile auf einander beziehen *.Eben so vereinigt sich das Wort, dessen Kraft alleserhalt, auf eine besondre Weise mit der menschlichenNatur, und durch eine solche vollkommne Vereini-gung wird das Wort, Jesus Christus , der Sohn derJungfrauMaria; das macht,daß einerGott undMenschzugleich, von Ewigkeit, und auch in der Zeit gcbohren ist,in dem Schooße seines Vaters ohne Aufhören lebt, unddennoch auch am Kreuze gestorben ist, um uns zu erlösen.

Allein alle Vergleichungen, welche Gott angehen,und von menschlichen Dingen hergenommen sind, blei-ben allezeit sehr unvollkommen. Unsre Seele ist nichtvor ihrem Körper vorhanden, und es mangelt ihr et-was, wenn sie davon getrennt ist. Das Wort, dasan sich selbst von Ewigkeit her vollkommen ist, verei-nigt sich darum nur mit unsrer Natur, um sie zu eh-ren. Unsre Seele, welche über den Körper herrscht,und damit verschiedne Veränderungen vornimmt, lei-det ihrer seits auch wieder von ihm. Wenn der Kör-per nach dem Befehle und Willen der Seele regiertwird, so wird die Seele wiederum nach den verschied-nen Beschaffenheiten des Körpers beunruhigt, ange-griffen, und auf tausend verschiedne, bald verdrieß-liche, bald angenehme Arten von ihm in Bewegunggesetzt, so, daß die Seele den Körper zu sich erhebt,indem sie ihn beherrscht, aber auch noch unrer ihmdurch das erniedrigt wird, was sie von ihm leidet.Allein in Jesu Christo herrscht das Wort über alles;

das

* ^UA, ep, III. acl V»Iu5 dc: civ. X, Ty. d/r. Lxlltol. Vi>-lerian-III. Lonc. L^K. er 8^mbo!> ^i»n.