in die allgemeine Geschichte. 505
has Wort hat alles unter seiner Gewalt. Auf dieseWeise wird in ihm die menschliche Natur erhoben;die göttliche aber erniedrigt sich in keinem Stücke. Sieist unbeweglich und unveränderlich, und herrschet voll-kommen über die Natur, die mit ihr vereinigt ist.
Daher kömmt es, daß in Jesu Christo die mensch-liche Natur, die zu der göttlichen erhoben, und derinnern Regierung derselben völlig unterworfen ist, keineandern, als göttliche Gedanken und Vorstellungen hat.Alles, was sie denkt> alles, was sie will, alles, wassie sagt, alles, was sie in sich selbst verbirgt, alles,was sie äußert, wird durch das Wort belebt, wirddurch das Wort regiert, und ist des Wortes, das ist, derVernunft selbst, der Weisheit selbst, der Wahrheitselbst würdig. Darum ist alles in Jesu Christo Licht;seine Aufführung ist eine sichre Vorschrift, seine Wun-der sind Lehren, und seine Worte Geist und Leben.
Es ist nicht allen gegeben, so hohe Wahrheiten zuverstehen, und in sich selbst das wunderbare Bild die-ser göttlichen Dinge vollkommen zu sehen, welches derheilige Augustin, und andre Vater für so gewiß unduntrüglich gehalten haben. Die Sinne haben eineallzugroße Herrschaft über uns, und unsre Einbildungs-kraft, die sich in alle unsre Gedanken mischen will, er-laubt uns nicht allezeit, uns bey einem so reinen Lichteaufzuhalten. Wir kennen uns selbst nicht genug;wir kennen die Reichthümer nicht, die wir in demInnern unsrer Natur bey uns trageil, und nur dieaufgeheitertesten Aligen können sie wahrnehmen. Aberwenn wir nur in diese Tiefe eindringen, und inuns das Bild dieser beyden Geheimnisse, die derGrund unsers Glaubens sind, zu bemerken wissen, so
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