zo6 Bischof Bossuets Einleitung
ist das genug, uns über alles zu erheben/ und nichtsSterbliches wird uns mehr rühren können.
Daher har uns auch Jesus-Christus zu einer un-vergänglichen Herrlichkeit berufen, und das ist derNutzen davon, daß wir diese Geheimnisse glauben.
Dieser Gottmensch, diese Wahrheit, diese Weis-heit , welche Fleisch geworden ist, und uns alleindurch sein Ansehen bewegr, so große Dinge zu glauben^verspricht uns in der Ewigkeit ein deutliches und glück-liches Anschauen, als die Belohnung für unsernGlauben.
Auf diese Weise ist die Sendung Jesu Christi weitüber die Sendung Mosis erhoben.
Moses war gesandt worden, durch zeitliche Ver-heißungen die sinnlichen und unverstandigen Menschenaufzuwecken. Weil sie, so zu sagen, ganz Körper,und ganz Fleisch geworden waren, so mußte man siebey den Sinnen fassen, und ihnen auf diese Weisedie Erkennmiß Gottes einprägen, und ihnen vorderAbgötterei) einen Abscheu machen, zu der das mensch-liche Geschlecht eine allzustarke Neigung hatte.
So war das Amt Mosis beschaffen; Jesu Christowar es vorbehalten, den Menschen mit erhabnemGedanken zu erfüllen, und ihm mit einer vollkommnmDeutlichkeit die Würde, die Unsterblichkeit, und dieewige Glückseligkeit seiner Seele bekannt zu inachen.
Was in diesen Zeiten der Unwissenheit, ich meynedie Zeiten, welche vor Jesu Christo verflossen sind,die Seele von ihrer Würde und Unsterblichkeit wußte,war so beschaffen, daß sie oft zu Irrthümern dadurchverführt wurden. Die göttliche Ehre, die man denVerstorbnen erwies, war der Grund von der ganzenAbgötü rey. Fast alle Menschen opferten den Schat-ten,