in die allgemeine Geschichte. 507
ten, nämlich den Seelen der Verstorbnen. Es zei-gen uns zwar so alte Irrthümer, wie alt der Glaubevon der Unsterblichkeit der Seele sey, und überführenuns, daß er unter die allerersten Sagen des mensch-lichen Geschlechtes gehöre. Allein der Mensch, deralles verderbte, hatte diese Lehre schrecklich gemiö-braucht, weil sie ihn verleitet hatte, den Todten zuopfern. Man verfiel sogar bis aufdicse Ausschweifung,daß man ihnen lebendige Menschen opferte: Mantodtete ihre Sklaven, und selbst ihre Weiber, damitsie in der andern Welt von ihnen bedient werden könn-ten. Die Gallier hatten diesen Gebrauch mit vielenalten Völkern gemein, und die Indianer, welche von ^den heidnischen Geschichtschreibern unter die erstenVertheidiger der Unsterblichkeit der Seele gesetzt wer-den, sind auch die ersten auf der Erde gewesen, weicheunter dem Verwände der Religion dergleichen abscheu-liche Todtschlage eingeführt haben. Eben diese In-dianer brachten sich selbst um, damit sie desto eher zuder Glückseligkeit des andern Lebens kommen möchten,und diese bcweinenswürdige Blindheit herrschetnoch in unsern Zeiten unter diesen Völkern; so ge-fährlich ist es, die Wahrheit in einer andern Ordnungzu lehren, als Gott gethan hat, und dem Menschen,was er ist, deutlich bekannt zu machen / ehe er vonGott so viel erkannt hat, als er wissen muß.
Weil die meisten Philosophen von Gott nicht genugwußten, so konnten sie die Unsterblichkeit der Seelenicht glauben, ohne nicht zugleich sich zu bereden, daßsie ein Theil der Gottheit, selbst eine Gottheit, einewiges, und sowohl unerschassnes, als unkörperlichesWesen wäre, und also weder Anfang noch Ende hätte.Was soll ich von denen sagen, die eine Wanderung
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